Abschied per E-Mail: Umstrittener Abmahn-Anwalt hat sich erschossen

Nein, es ist offensichtlich kein makaberer Scherz. Der prominente Abmahn-Anwalt Günter Freiherr von Gravenreuth ist tot. Der umstrittene Jurist, der vor kurzem vom Landgericht Berlin wegen Betrugs zu einer Haftstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung verurteilt wurde, hat sich in der Nacht von Sonntag auf Montag das Leben genommen. Laut Bayerntext erschoss sich der 61-Jährige unmittelbar nachdem die alarmierte Polizei in seine Wohnung in München-Schwabing eingedrungen war.

Laut Informationen von Gulli schickte der Anwalt um 01.15 Uhr noch eine Abschiedsmail an alle seine Kontakte.

In seinem „letzten Gruß in die Runde“ gab er bekannt, dass er sich nun mit einer scharfen Waffe umbringen würde. Die in der E-Mail genannten Motive für seinen Selbstmord sind sehr vielfältig aber alle privater Natur. […] In seinem Umkreis hatte man schon seit einiger Zeit mit einer derartigen Aktion gerechnet. Für Insider war es offensichtlich, dass er schon aus Prinzip niemals freiwillig seine Haftstrafe antreten würde. Scheinbar war der Freitod für ihn der einzig gehbare Ausweg, um sein Gesicht am Ende nicht zu verlieren.

Normalerweise würde ich darüber nicht schreiben, aber der gute Mann war ja nun mal kein unbeschriebenes Blatt in der Community. Tausende Internetnutzer haben vor seinen Abmahnschreiben (und Methoden) gezittert, nur wenige haben sich getraut, seinen Forderungen zu widersprechen. Nichtsdestotrotz ist der Selbstmord des prominenten Anwalts vor allem für seine Familie eine schlimme Angelegenheit. Ähnlich wie Caschy werde ich Jubelrufe, Freundentänze und dergleichen deshalb kommentarlos löschen.

22. Februar 2010 von Michael Friedrichs
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