Apple iSlate: Steve Jobs Anwälte gehen gegen Kopfgeld-Angebot vor


Die Gerüchteküche brodelt wieder einmal wie verrückt. Um was es geht? Um neue Apple-Hardware natürlich, denn nirgendwo ist der Hype um ein kommendes Gadget so hoch wie bei diesem Unternehmen. Konkret geht es um den iSlate (wenn er denn so heißt). Fast täglich tauchen im Internet vermeintliche Produktfotos auf, die sich bei genauem Hinsehen als plumpe Photoshop-Fälschungen entpuppen. Auch mit den angeblichen Features ist das so eine Sache. Was stimmt an den Gerüchten? Welche Details stimmen nicht? Die Fragen sind nicht leicht zu beantworten, denn Apple hüllt sich wie immer in Schweigen. Die Standard-Antwort in solchen Fällen lautet in der Regel: „Kein Kommentar“.

Da kam den finanzkräftigen Tech-Bloggern von Valleywag eine tolle Idee. Um an echte Informationen über den Apple-Tablet zu kommen, haben die Betreiber ein Kopfgeld in Höhe von bis zu 100.000 US-Dollar ausgesetzt. Für ein Bild in guter Qualität gibt es schon 10.000 Dollar. Für ein Video gibt es die doppelte Summe. Für ein Foto mit Steve Jobs und dem iSlate in der Hand lassen die Blogger sogar 50.000 Dollar springen. Noch mehr Geld – 100.000 Dollar um genau zu sein – gibt es für Denjenigen, der mit einem Testgerät in der Valleywag-Redaktion vorbei kommt und die Blogger damit eine Stunde rumspielen lässt.

Bei diesen Summen kann ein unzufriedener und schlecht bezahlter Apple-Mitarbeiter schon mal schwach werden. Kein Wunder, dass diese Aktion die Anwälte von Steve Jobs auf den Plan gerufen hat. Sie haben die Tech-Blogger in einem netten Schreiben aufgefordert, die ganze Sache umgehend einzustellen – oder die rechtlichen Konsequenzen zu tragen. Die Aktion verstoße gegen kalifornisches Recht und sei ein Aufruf zur Missachtung von Apple-Geschäftsgeheimnissen, wenn ich das richtig verstanden habe.

Besonders interessant ist der zweite Absatz der Anwaltspost (Seite1, Seite 2):

Die Schlussfolgerung der Valleyway-Blogger: Die Juristen hätten mit ihrem Schreiben indirekt den iSlate bestätigt und selbst den konkretesten Hinweis auf das Tablet geliefert. Als kleines Dankeschön für die Anwälte gab es übrigens eine „Natürlich Blond 2„-DVD (mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle), einen 25-Dollar-Gutschein für den Zune-Store sowie ein extra scharfes Steakmesser-Set.

Ach ja, da war noch was. Falls Vallyway wieder erwarten doch an die entsprechenden Informationen, sprich Foto- und Bildmaterial vom iSlate, kommen sollte und diese auch veröffentlichen würde, gibt es richtig Ärger. Aber auch dafür haben die Blogger eine Lösung parat: „Verwendet einfach eine anonyme Mailadresse. Dann wissen wir nicht, wer ihr seid und können euch nicht an Apple verraten“.

15. Januar 2010 von Michael Friedrichs
Kategorien: Apple, Hardware | Schlagwörter: , , | 1 Kommentar