Archiv

Archiv für die Kategorie ‘Soziale Netzwerke’

Facebook-Chef Mark Zuckerberg: “Wer mir vertraut, ist ein Vollidiot!”

Geht es nach Mark Zuckerberg, wäre dieser Instant Messaging-Dialog aus seiner Uni-Zeit wahrscheinlich nie an die Öffentlichkeit gelangt. Doch manchmal läuft es eben anders. Doch worum geht es hier? Kurz nachdem Zuckerberg von seiner Studentenbude aus den offiziellen Startschuss für Facebook gegeben hat, unterhielt er sich angeblich mit einem Kommilitonen via Instant Messanger über Privatsphäre in seinem Netzwerk. ” Ich habe über 4.000 E-Mails, Bilder, Adressen und Kurznachrichten”, tippte Zuckerberg damals in seine Tastatur. Auf die Frage, woher die ganzen Daten kommen, antwortete der Facebook-Chef, dass die Leute die Daten in ihren Nutzerprofilen einfach eingetragen hätten. Warum, wisse er nicht. Aber die Leute würden ihm vertrauen. “Alles Vollidioten”, fügte Zuckerberg hinzu.

Anbei die Konversation im Original:

Zuck: Yeah so if you ever need info about anyone at Harvard
Zuck: Just ask.
Zuck: I have over 4,000 emails, pictures, addresses, SNS
[Redacted Friend's Name]: What? How’d you manage that one?
Zuck: People just submitted it.
Zuck: I don’t know why.
Zuck: They “trust me”
Zuck: Dumb fucks.

In Anbetracht der immer wieder stattfindenden Diskussion über Privatsphäre und Datenschutz-Probleme in dem weltgrößten sozialen Netzwerk dürfte der jetzt an die Öffentlichkeit gelangte Dialog eine eindeutige Sprache sprechen. Facebook-Nutzer, die ihre Nutzerdaten – egal in welcher Form und Art – dem Netzwerk überlassen, sind demnach schlichtweg Vollidioten. Sie seien schließlich selbst dafür verantwortlich, wenn ihre zum Teil vertraulichen Daten für anderen Zwecke verwendet und gegen klingende Münze entsprechend vermarktet würden. Und genau diese Auffassung scheint der Facebook-Chef auch heute noch zu vertreten. Allein ein Blick in die aktuellen Nutzungsbedingungen reicht aus, um diesen Standpunkt zu bestätigen. Entsprechend groß ist auch die Kritik – sowohl von den Nutzern als auch von diversen Datenschutzverbänden.

Mittlerweile hat sich auch ein Facebook-Sprecher zu Wort gemeldet:

The privacy and security of our users’ information is of paramount importance to us. We’re not going to debate claims from anonymous sources or dated allegations that attempt to characterize Mark’s and Facebook’s views towards privacy.

Everyone within the company understands our success is inextricably linked with people’s trust in the company and the service we provide. We are grateful people continue to place their trust in us. We strive to earn that trust by trying to be open and direct about the evolution of the service and sharing information on how the 400 million people on the service can use the available settings to control where their information appears.

Ich kann nur hoffen, dass Facebook das Thema Datenschutz endlich einmal ernst nimmt. Denn ist das Vertrauen der rund 400 Millionen Mitglieder erst einmal verloren, dürfte es auch für Sonnyboy Mark Zuckerberg ziemlich schwer werden, hier wieder Boden gut zu machen – insbesondere dann, wenn er seine Mitglieder vorher als Vollidioten bezeichnet hat.

via Business Insider

Hello World: Bill Gates ist jetzt auf Twitter und Facebook unterwegs

Bill Gates ist wieder im Internet aktiv. Vor zwölf Stunden hat der ehemalige Microsoft-Chef sein Facebook-Profil reaktiviert und daraus eine Fan-Seite gemacht. Neben Bildern zu Reisen nach Indien und Afrika sind dort auch diverse Links – unter anderem zur Bill & Melinda Gates Stiftung und zu Microsoft natürlich – zu finden. Knapp 55.000 Fans hat der gute Mann auch schon. Private Status-Meldungen nach dem Motto “ich mach gerade dies, ich treffe nachher den” finden Besucher der Facebook-Seite allerdings nicht.

Neu ist hingegen sein Twitter-Account und der bricht im Moment fast alle Rekorde, wie es scheint. Demnach bekommt Bill Gates derzeit pro Stunde rund neue 20.000 Follower – und es werden immer mehr. Aktuell folgen dem Microsoft-Gründer mehr als 140.000 Nutzer. Zudem ist sein Account bereits jetzt in 4.500 Listen eingetragen. Auf private Tweets müssen die Follower aber auch hier verzichten. Laut Profil will Gates insbesondere über seine Arbeit bei seiner Stiftung sowie über Erfahrungen von seinen Reisen in Dritte-Welt-Länder berichten. Seinen ersten Tweet hätte Gates übrigens gar nicht anders beginnen können als mit dem Programmier-Klassiker “Hello World“. In diesem Sinne, willkommen Bill in der schönen und schnellen Twitterwelt.

Sowohl das Facebook- als auch das Twitter-Profil sind übrigens echt. Das haben beide Unternehmen mittlerweile bestätigt.

Wie IKEA Facebook für eine geniale Marketingidee nutzt

Auf so eine Idee muss ein Unternehmen erst einmal kommen. Die Marketing-Abteilung von IKEA hat auf Facebook für einen ihrer Möbelhaus-Chefs ein Nutzerprofil erstellt und in sein Fotoalbum ein paar Fotos mit Wohneinrichtungen als dem aktuellen Produktsortiment hochgeladen. Und jetzt kommt der Clou: Nutzer konnten durch Taggen der Bilder die darauf abgebildeten Möbel gewinnen. Ich brauche euch nicht zu verraten, dass die ganze Geschichte einen ziemlichen Erfolg hatte.

via

Nicolas Sarkozy outet sich auf Facebook als Mauerspecht

9. November 2009 Michael Friedrichs 4 Kommentare

nicolas-sarkozy-mauerspecht

Nicolas Sarkozy hat sich auf seiner Facebook-Seite als Mauerspecht geoutet. Auf dem 20 Jahre alten Bild ist der heutige französische Staatspräsident zu sehen, wie er sich mit Hammer und Spitzhacke bewaffnet an der Mauer in Berlin zu schaffen macht. Der Mann links neben ihm ist übrigens Alain Juppé, der später unter Jacques Chirac Premierminister wurde.

Auch ein paar Worte der Erinnerungen finden sich in seinem Facebook-Profil wieder. Er sei damals Beigeordneter der RPR gewesen, als er die Meldungen aus Berlin hörte. Gemeinsam mit Alain Juppé und anderen Abgeordneten sei er dann nach Berlin gefahren und bei den Veränderungen in der geteilten Hauptstadt Deutschlands dabei zu sein. Als die Gruppe in West-Berlin angekommen sei, seien sie gleich zum Brandenburger Tor gelaufen, wo sich bereits eine riesige Menschenmenge versammelt hatte. Über den Checkpoint Charlie seien sie dann in den Osten der Stadt gegangen, um von der andere Seite der Mauer ein paar Erinnerungsstücke aus der Mauer zuschlagen. Um sie herum seien viele Familien gewesen, die der Gruppe von ihren Gefühlen erzählte, ihren Plänen und den Emotionen der jahrelangen Teilung. Die Begeisterung sei riesig gewesen, da die Wiedervereinigung des deutschen Volkes auch das Ende des Kalten Krieges und der Beginn einer großen Freiheit innerhalb Europas bedeute.

In Frankreich haben die Erinnerungen Sarkozys eine lebhafte Diskussion über deren Wahrheitsgehalt ausgelöst. Die Geschichte könne so nicht stimmen. Sie sei unglaubwürdig, heißt es. Nicht einmal in Berlin, geschweige denn in Paris habe damals jemand ahnen können, dass die DDR die Grenzen öffnen würde, schreibt Journalist Alain Auffray in seinem Blog. Selbst die deutschen Radio- und Fernsehsender hätten die Nachricht erst am Abend verbreitet. Etwas seltsam ist auch, dass sich Juppé scheinbar in der Sache nicht so sicher ist wie Sarkozy. Man sei zwar nach Berlin gereist, auf den Tag genau könne er sich aber nicht mehr festlegen. In einem kürzlich ausgestrahlten TV-Interview datierte Juppé seinen Berlin-Trip noch auf den 10. oder 11. November. In seinem 1993 veröffentlichten Buch heißt es, er sei erst am 16. November in der Hauptstadt gewesen.

StudiVZ-Chef: anbieterunabhängige Datenoption für alle VZ-Mitglieder

VZ-Berger-de-LeonDas VZ-Netzwerk hat es in diesen Tagen nicht leicht. Hauptkonkurrent Facebook ist den Holtzbrinck-Portalen MeinVZ, SchülerVZ und StudiVZ in puncto Mitgliederzahlen hierzulande dicht auf den Fersen und auch mit dem Datenschutz scheinen die Betreiber so ihre Mühe zu haben.

Abseits des ganzen Trubels – vor Bekanntwerden der Sicherheitslücken um genau zu sein – habe ich für teltarif.de mit CEO Markus Berger-de Léon gesprochen. Thema des Interviews war die mobile Nutzung seiner Kontaktplattformen sowie die Pläne für ein eigenes Mobilfunk-Angebot.

Herr Berger-de Léon, die mobile Nutzung von sozialen Netzwerken nimmt immer stärker zu. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Ich habe vor sieben Monaten als Geschäftsführer das Ruder der VZ-Netzwerke übernommen. Einer meiner ersten Amtshandlungen war es, zu sagen, dass wir so schnell wie möglich mobil werden müssen und dass wir dafür sehr viel investieren müssen. Gesagt, getan. Der Erfolg gibt es uns recht. Die Mobilportale der VZ-Gruppe nutzen derzeit rund 1,5 Millionen Menschen im Monat. Sie erzeugen mehr als eine Million Seitenaufrufe pro Tag. Laut unseren Statistiken bleibt jeder Nutzer pro Tag rund zehn Minuten auf unseren mobilen Seiten. Das sind für diesen frühen Zeitpunkt schon ganz ordentliche Zahlen, wie ich finde.

Seit der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin Anfang September haben neben den iPhone-Besitzern auch Blackberry- und Android-Nutzer die Möglichkeit, mit ihrem Smartphone die mobilen Portale von meinVZ, SchülerVZ und StudiVZ zu nutzen. Wie wurde dieses Angebot bisher angenommen?

Wir konnten die Zugriffe weiter steigern. Unsere Entwickler arbeiten derzeit fleißig daran, Applikationen für weitere Handys zu schreiben, damit noch mehr VZ-Mitglieder mobil kommunizieren können. Zusätzlich bauen wir die Funktionalitäten für die bestehenden Anwendungen weiter aus. Für das iPhone planen wir beispielsweise alle vier Wochen ein Update. Neben allgemeinen Programmverbesserungen wird es auch neue Funktionen geben. In Kürze dürfen sich unsere Mitglieder auf einen neuen Push-Dienst freuen, der die Nutzer jederzeit darüber informieren wird, sobald es bei den Freunden Neuigkeiten gibt. Damit sind wir meines Wissens das erste soziale Netzwerk, das diese Funktion anbietet. Auch der Plauderkasten wird Bestandteil einer der nächsten Updates werden.

Es tut sich also eine ganze Menge hinter den Kulissen. Haben Sie einen Überblick, welche Funktionen von den mobilen VZ-Mitgliedern am häufigsten genutzt werden?

Diese Frage kann ich Ihnen sogar ziemlich genau beantworten. Die Status-Updates haben hier ganz klar die Nase vorne, dicht gefolgt vom Empfangen und Schreiben von Nachrichten. Ebenfalls beliebt sind das Betrachten von Nutzerprofilen sowie das Anschauen von Fotoalben. Sobald der Plauderkasten verfügbar ist, wird diese Funktion sicherlich ebenfalls an Bedeutung gewinnen.

Ebenfalls seit September gibt es eine Kooperation mit Vodafone. Mitglieder können sich beispielsweise Benachrichtigungen über neue Nachrichten und Freundschaftseinladungen per SMS auf ihre Handys schicken lassen. Bis Ende des Jahres soll der Service kostenlos sein. Was erwartet die Nutzer nach diesem Zeitraum und wie viele Mitglieder nutzen den SMS-Service bereits?

In den letzten vier Wochen haben wird rund 5,5 Millionen Kurznachrichten in alle Netze verschickt. Das ist ein deutliches Indiz, wie gut dieses Angebot von den VZ-Mitgliedern angenommen wird. Zur Fortsetzung der Kooperation mit Vodafone kann ich Ihnen leider noch nicht viel verraten. Wir sind im Moment dabei, die Details einer Fortsetzung des SMS-Dienstes mit unseren Partnern auszuarbeiten. Daneben steht auch das Thema Datentraffic auf unserer Agenda. Aus diesem Grund werden wir unseren Mitgliedern – egal bei welchem Netzbetreiber sie unter Vertrag sind – schon bald eine sehr kostengünstige Lösung anbieten, um das mobile Angebot der VZ-Netzwerke nutzen zu können. Um Ihre nächste Frage gleich vorweg zu nehmen: um einen eigenen Handy-Tarif wird es sich dabei nicht handeln, sondern eher um eine Daten-Option, die jedes Mitglied zu seinem bestehenden Handyvertrag hinzu buchen kann. Damit wollen wir die mobile Nutzung unserer Portale noch weiter ausbauen.

Können Sie schon einen Starttermin nennen?

Wir wollen noch in diesem Jahr damit auf den Markt. Mehr kann ich Ihnen noch nicht verraten. Wir stecken derzeit noch in der Entwicklung. Auch die Verhandlungen mit den Netzbetreibern sind noch nicht abgeschlossen.

Ein eigener Handy-Tarif wie ihre beiden Konkurrenten “Wer-Kennt-Wen” und “Die Lokalisten” ihn seit kurzem anbieten, steht bei Ihnen also nicht auf der ToDo-Liste – oder habe ich Sie da falsch verstanden?

Das möchte ich nicht ausschließen. Ganz im Gegenteil – wir arbeiten bereits an einem Angebot, aber wir wollen ein Produkt entwickeln, was der Community-Nutzung zuträglich ist und was unsere Mitglieder in unseren Netzwerken auch unterstützt. Die mobile Erfahrung muss weiter verbessert werden. Bei den Angeboten unserer Mitstreiter sehe ich diese Verbesserung aber nicht. Die Betreiber haben dort gesehen, da ist eine Community und der kann ich jetzt einen Mobilfunk-Tarif verkaufen, der noch nicht einmal richtig attraktiv ist. Warum soll ich dann einen „Wer-Kennt-Wen“ – oder „Lokalisten“-Tarif buchen? Einen richtigen Grund konnte mir bisher noch niemand nennen. Ich finde, ein Netzwerkbetreiber sollte etwas anbieten, das der Nutzung der Netzwerke entspricht und das Nutzererlebnis noch besser macht. Das sehe ich noch bei keinem der beiden Tarife.

Die mobile Nutzung der sozialen Netzwerke steht ja quasi erst am Anfang. Wie sehen Sie die weitere Entwicklung?

Ein wesentlicher Teil unserer Plattform schreit förmlich danach, mobil stattzufinden. Geschriebene Kommunikation findet heute auf dem Handy statt. Es ist kein Geheimnis, dass unsere nächste Herausforderung Open Social heißt – und die Öffnung der VZ-Netzwerke für Applikationen von Drittentwicklern. Der nächste logische Schritt ist demnach die Umsetzung dieser Inhalte. Eine Herausforderung ist aber auch das große Spektrum der unterschiedlichen Handys, die es auf dem Markt gibt und welche Applikationen man auf ihnen abbilden kann. Es bleibt also spannend und vor allem unsere Mitglieder können sich auf viele Neuheiten freuen.

Vielen Dank für das Interview.

Neues SchülerVZ-Datenleck: Mitgliedskonto löschen wäre konsequent

28. Oktober 2009 Michael Friedrichs 2 Kommentare

schuelervz-logoIrgendwie scheint das Auffinden von Sicherheitslücken der neue Volkssport unter Datenhackern zu werden. Jedenfalls steht das Portal SchülerVZ erneut ungewollt im Rampenlicht der Öffentlichkeit und der zuständigen Datenschutzbehörden. Neuster Fall: Dem Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) wurden mehr als 100.000 Datensätze zugespielt, die auch personenbezogene Informationen enthalten sollen. Ziel der Aktion sei, so der unbekannte Hacker, über mangelnde technische Sicherheitsvorkehrungen und die grundsätzliche Unsicherheit von Daten in Social Networks aufzuklären. Eine Veröffentlichung der Daten komme daher nicht in Frage.

Inzwischen gibt es auch ein Statement aus der Berliner VZ-Zentrale:

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat heute in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass ihm Datensätze aus schülerVZ zugespielt worden sind. Wie der Verband mitteilte, seien personenbezogene Daten auch solcher Nutzer enthalten, die ihre Daten nur für Freunde sichtbar eingestellt haben.

Dieser Datensatz liegt uns inzwischen vor und wurde bereits überprüft. Es handelt sich hierbei um einen älteren Datensatz mit Informationen zu Geburtsdaten und Geschlecht. Die Sicherheitslücke, die das Abrufen dieser Information möglich machte, wurde bereits Ende Juli 2009 behoben. Zudem stehen wir in einem engen Kontakt und Austausch mit dem vzbv und dem Berliner Datenschutzbeauftragten.

Darüber hinaus haben wir bei einer internen Prüfung festgestellt, dass die Einstellmöglichkeiten bzgl. der Suchbarkeit nach Geburtsdaten missverstanden werden können. Diese missverständlichen Einstellmöglichkeiten werden wir im Laufe des Tages beheben. Zusätzlich werden wir auch die Suche nach Geburtsdatum und Alter komplett deaktivieren.

Im Zuge einer weiteren Verschärfung unserer Sicherheitsmaßnahmen werden wir auch in den nächsten 24 Stunden die Nutzer IDs neu setzen. Hierdurch kann es zu temporären Einschränkungen für unsere Nutzer kommen.

Obwohl in diesem Fall ein vergleichsweise “harmloser” Hacker am Werk war, bleibt dennoch die Frage im Raum stehen, wie sicher meine Daten in einem sozialen Netzwerk eigentlich sind. Zu sehr wiegen die Mitglieder ihren Daten in Sicherheit. Wenn diese dann aber an die Öffentlichkeit gelangen, ist der Aufschrei verständlicherweise groß. Doch die wenigsten Mitglieder überprüfen nach so einem Vorfall ihre Sicherheitseinstellungen ihres Profils oder ändern gar sensible Inhalte. Selbst das Passwort wird in den seltensten Fällen geändert. Auch das Löschen des eigenen Nutzeraccounts als konsequente Lehre aus den Datenpannen kommt für die meisten Mitglieder nicht in Betracht. Das Netzwerk-Leben geht ganz normal weiter, als wenn nichts passiert wäre.

Der Twitter-Microsoft-Facebook-Deal: Echtzeitsuche in Bing

bing_logoDas war definitiv DIE Überraschung des heutigen Abends. Microsoft hat auf dem Web 2.0 Summit in San Francisco bekannt gegeben, dass das Unternehmen sowohl mit dem Micro-Blogging-Dienst Twitter als auch mit der Kontakte-Plattform Facebook eine Vereinbarung geschlossen hat, wonach Bing künftig die Echtzeit-Kurznachrichten der beiden Dienste übernehmen und für die Internetsuche aufbereiten werde. Wie das renommierte Wall Street Journal berichtet, werden allein über Facebook jeden Tag mehr als 40 Millionen Status-Updates verschickt. Ich gehe davon aus, dass die Anzahl der Kurznachrichten, die über Twitter täglich versendet werden, sicherlich deutlich höher sein wird. Nicht für die Bing-Suche indiziert werden übrigens Kurznachrichten von Nutzern mit privaten Profilen.

Kommen wir zum finanziellen Teil des Mega-Deals. Microsoft wird dafür sicherlich ordentlich in die Tasche gegriffen haben, um den Deal mit Twitter und Facebook über die Bühne bringen zu können. Zudem gehen Branchenkenner davon aus, dass der Softwareriese beiden Diensten Anteile an den Werbeeinnahmen aus dem Suchgeschäft zugesagt hat. Interessant dürfte auch dieser Punkt der Zusammenarbeit sein. So können sowohl Twitter als auch Facebook ihre Daten auch von anderen Suchmaschinen-Betreibern erfassen lassen. Eine Exklusiv-Vereinbarung mit Microsoft bestehe nicht, heißt es. Ob Google als Branchenprimus auf diesen Zug aufspringen wird, wird sich zeigen.Mit dabei ist auch Google. Der Internetriese hat mit Twitter ebenfalls einen Vertrag beschlossen und will in Kürze dessen Inhalte in Echtzeit indizieren.

Neugierig auf die Umsetzung? Kein Problem, geht einfach auf die Twitter-Bing-Seite und macht euch selbst ein Bild von dem Angebot. Die Integration der Facebook-Kurznachrichten ist übrigens noch nicht erfolgt. Soll aber in Kürze nachgereicht werden. Interessant ist auch, wie Bing die Ergebnisse der Suchanfragen ausgibt. Demnach kann sich der Nutzer entscheiden, ob er sich lieber die aktuellsten Suchergebnisse ansehen möchte oder die Tweets sortiert nach der höchsten Relevanz. Berücksichtigt werden hierfür beispielsweise die Anzahl der Retweets, die “Qualität” (keine Ahnung, was die damit meinen) der 140-Zeichen-Nachrichten sowie Hash-Tags und Schlüsselbegriffe.

Nachgefragt: SchülerVZ steht nach Datendiebstahl Rede und Antwort

vz-datenschutzDer Diebstahl von rund einer Millionen Nutzerdaten bei SchülerVZ sorgt immer noch für reichlich Gesprächsstoff. Neue Gerüchte und wilde Spekulationen machen seit Tagen die Runde. Sehr zum Leidwesen der VZ-Netzwerke, denen der Wirbel eigentlich gar nicht so recht ins Image passt. Verständlich, dass sie momentan alles versuchen, um die hohen Wogen der letzte Tage etwas zu glätten.

In ihrem Unternehmensblog haben sie deshalb eine Sammlung mit den “wichtigsten Fragen und Antworten” veröffentlicht. Viele Neuigkeiten erfährt der gut informierte Leser allerdings nicht. Demnach gab es zwei Datendiebe, von denen einer vom Landeskriminalamt Berlin am Sonntag festgenommen wurde. Zudem sind entgegen anders lautenden Behauptungen keine privaten Daten von Mitgliedern ausgelesen worden.

Was gab es noch für Fragen?

Wie kann der Nutzer Anzeige erstatten?

Wir haben bereits Anzeige gegen den mutmaßlichen Täter erstattet. Mit dieser Anzeige sind die Nutzer abgedeckt.

Was wird getan, um einen erneuten Vorfall zu verhindern?

Ab sofort setzen wir für unsere zwischengeschalteten Sicherheits-Abfragen das System reCaptcha ein. Statt wie bisher einen Code aus 5 Buchstaben abzufragen, arbeitet reCaptcha mit mehreren, für Crawler-Programme besonders schwer auszulesenden Begriffen. Zu finden ist der neue Captcha–Code in der Registrierung, bei der Suche, bei Profilaufrufen sowie beim Gruppengründen und beim Einladen neuer Gruppenmitglieder.

Auf der Login-Seite haben wir das neue Sicherheitsfeature “Sitzung sichern” eingebaut. Damit stellen wir technisch sicher, dass wirklich nur Du von Deiner aktuellen IP-Adresse auf Dein Profil zugreifen kannst. Sollte jemand versuchen, sich von einem anderen Rechner aus in Deine Sitzung “einzuklinken”, erkennt unser Feature das und kann es verhindern. Bisher haben wir darauf verzichtet, da diese Funktion bei einer kleinen Anzahl von Nutzern dazu führen kann, dass sie sich plötzlich mitten in der Sitzung neu einloggen müssen. Aber auch hier gilt: Sicherheit geht vor!

Ist das VZ überhaut noch sicher?

Ja das VZ ist sicher. Der Täter konnte die Privatsphäre nicht überwinden, hatte nie Zugang zu unserer Datenbank. Er hat lediglich Daten gesehen, die jeder andere registrierte Nutzer auch sehen kann, das aber leider automatisiert. Wir verschärfen die Maßnahmen, die diese automatisierten Zugriffe weiter erschweren, einen wirklichen Schutz stellen aber nur die Privatsphäreeinstellungen dar: wenn es Daten gibt, die nur deine Freunde sehen sollen und nicht jedes Mitglied des Netzwerkes, dann kannst du das einstellen Bitte überprüfe diese Einstellungen regelmäßig.

Ein paar Fragen hat sich die PR-Abteilung von SchülerVZ allerdings noch nicht selbst gestellt. Ich habe meine Fragen deshalb an Pressesprecher Dirk Hensen weiter geleitet.

Warum hat SchülerVZ nach entsprechenden Hinweisen auf die jetzt bekannt gewordenen Sicherheitslücken nicht sofort reagiert? Warum ist das Netzwerk erst aktiv geworden, als das Kind schon in den Brunnen gefallen war und ist es nicht die Aufgabe einer gut funktionieren IT-Abteilung sicherzustellen, dass alle Sicherheitsvorkehrungen auf den Portalen immer wieder auf ihre Wirkungsweise hin überprüft werden?

Den Schutz der Nutzerdaten und die Sicherheit unserer Systeme nehmen wir sehr ernst, deshalb gehen wir jedem Hinweis nach und verifizieren regelmäßig unsere Systeme. Wir sind sogar noch einen Schritt weiter gegangen und lassen uns aktuell von TÜV und ULD zertifizieren.


Wurden die betroffenen VZ-Mitglieder informiert, dass ihre Daten kopiert und im Internet zum Download angeboten wurden?

Bisher liegen uns die kopierten Daten nicht vollständig vor – daher ist es uns auch nicht möglich die Betroffenen zu informieren.