Dank GEZ-Gebühren: Tagesschau kommt als kostenloses iPhone-App

tagesschauIm ersten Quartal nächsten Jahres soll die Anwendung im AppStore zum Download zur Verfügung stehen. Das hat Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD aktuell, verraten. Im Gegensatz zu einigen Springer-Apps wie beispielsweise BILD im Apple-Shop wird der Nachrichten-Reader komplett kostenlos sein, da das Angebot der Tagesschau bereits von den Rundfunkgebühren finanziert sei.

Großen Wert will die ARD dabei auf seriöse Nachrichten gelegt werden. Für so genannte bunte Themen oder Sport werde es so gut wie kein Platz geben. „Es ist nicht unsere Aufgabe, ein Ranking der schönsten News-Lady zu präsentieren oder eine Tiger-Woods-Fotostrecke“, betont Gniffke. Man wolle sich weiter auf dem angestammten Korridor bewegen. Hier wolle man auch weiter Maßstäbe setzen.

Ob das Tagesschau-App genau erfolgreich wird wie das Internetauftritt, bleibt abzuwarten. Laut ARD haben im September 3,6 Millionen Menschen das Angebot von „Tagesschau 24“ (diese 100-Sekunden-Sache) genutzt. Fast neun Millionen Menschen verfolgen die Nachrichten-Sendung um 20 Uhr vor ihren TV-Geräten.

UPDATE: Vor wenigen Minuten hat sich Edda Fels, Unternehmenssprecherin der Axel Springer AG, wegen der kostenlosen Tagesschau-App zu Wort gemeldet und per Pressemitteilung verkündet, dass ihr Arbeitgeber über die Pläne der ARD wenig begeistert sei. Aber lest selbst:

Wir haben die Ankündigung der ARD, ein kostenloses Applet der Tagesschau in Apples AppStore anzubieten, mit Befremden zur Kenntnis genommen. Wir gingen davon aus, dass die vorhandenen Gebühren schon nicht mehr zur Finanzierung des bestehenden Angebots ausreichen. Deshalb wundern wir uns, dass im Vorfeld der geplanten Gebührenumstellung das Angebot sogar erweitert werden soll.

Es gehört ganz sicher nicht zum Grundversorgungsauftrag öffentlich-rechtlicher Fernsehanstalten, kostenlose Applets auf dem iPhone zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich hierbei um eine nicht tolerierbare Marktverzerrung. Die privaten Verlage, darunter auch unser Haus, versuchen derzeit, Qualitätsjournalismus im Netz durch den Aufbau von Bezahlmodellen zu finanzieren mit dem Ziel, die Geschäftsgrundlage für Qualitätsjournalismus in der digitalen Zukunft zu sichern und auch dauerhaft Meinungsvielfalt zu gewährleisten. Die Folge der öffentlich-rechtlichen Kostenlos-Offensive wird sein, dass private Angebote langfristig kaum noch konkurrieren können und so Vielfalt reduziert wird.

Wir bitten Herrn Boudgoust und Herrn Marmor, freiwillig auf ein kostenloses Angebot zu verzichten.“

22. Dezember 2009 von Michael Friedrichs
Kategorien: Apple, Software | Schlagwörter: , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Apps vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es doch schon. Auch die sind mit Gebührengeldern finanziert.