„Schwarzbuch WWF“: Das sagt Random House dazu


Am 23. April 2012 ist das „Schwarzbuch WWF – Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda“ von Wilfried Huismann im Gütersloher Verlagshaus (Verlagsgruppe Random House) erschienen. Derzeit geht der WWF juristisch gegen die weitere Veröffentlichung des Buches sowie dessen Verbreitung vor. Vor wenigen Tagen hat sich der Verlag deshalb in einer Pressemitteilung an die Branchenpresse gewendet:

[…] Der investigative Journalist, dessen Film „Der Pakt mit dem Panda“ im Sommer 2011 bereits hohe Wellen schlug, deckt auf, dass die Vorzeige-Organisation kein blütenreines Unternehmen ist, sondern mit den weltweit größten Umweltsündern kooperiert und mitverantwortlich ist für die Umsiedlung von Ureinwohnern. Diese Wahrheiten dürften dem WWF nicht gefallen, vermutlich weil er – ähnlich wie nach Ausstrahlung des Films 2011 – befürchten muss, dass Mitgliederzahlen und Spendenaufkommen zurückgehen und damit die Einnahmen des WWF sinken. Daher versucht der WWF nun mit allen Mitteln und unter Einschaltung Deutschlands wohl bekanntester Prominentenkanzlei, das Buch und dessen Verbreitung zu verhindern.

Nach Einschätzung von Rainer Dresen, Verlagsjustitiar der Verlagsgruppe Random House und damit auch des Gütersloher Verlagshauses, ist diese massive Auftreten bisher singulär: „Ich arbeite jetzt seit zwölf Jahren als Verlagsjustitiar und habe es dabei immer wieder mit Institutionen zu tun, die nicht glücklich sind, wenn sich unsere Bücher kritisch mit ihnen befassen. Was ich aber in Zusammenhang mit der Buchveröffentlichung „Schwarzbuch WWF“ von Wilfried Huismann vom WWF Deutschland erlebt habe, war auch für mich, trotz etwa vorangegangener Schwarzbücher über die Waldorf Schulen oder über Scientology, doch neu. Selten wurde wie hier bereits im Vorfeld einer Buchveröffentlichung derart massiv Druck auf den Verlag ausgeübt, selten wurde der Buchhandel nach der Veröffentlichung derart flächendeckend eingeschüchtert und vom Vertrieb des Buchs abgeschreckt. Erstaunt waren wir nämlich vor allem, dass der Anwalt des WWF Deutschland, noch bevor wir uns mit den Vorwürfen angeblicher Falschbehauptungen befasst haben oder gar ein Gericht darüber entschieden hat, bereits zahlreiche unserer Abnehmer angeschrieben und diese über die Unterlassungsaufforderung an uns informiert hat. Zugleich wurde diesen mitgeteilt, dass dem WWF Deutschland Unterlassungsansprüche gegen sämtliche „Störer“ zustünden. Die Vertriebspartner haben dieses Schreiben als Aufforderung verstanden und wohl auch verstehen sollen, das Buch sofort aus dem Vertrieb zu nehmen und dieser Aufforderung zur Vermeidung juristischen Ärgers sofort Folge geleitet. Damit stehen wir vor der skandalösen Situation, dass das Buch auch einen Monat nach Erhalt der WWF-Abmahnung mit Unterlassungsaufforderung an Verlag und Autor zwar immer noch nicht Gegenstand einer gerichtlichen Entscheidung, geschweige denn eines Verbots, jedoch de facto nicht mehr im Markt erhältlich ist.“ […]

Dem Gütersloher Verlagshaus ist bewusst, dass durch diese Veröffentlichung viele engagierte Umweltschützer und Unterstützer des WWF verunsichert werden könnten, und unterstützt von daher jede sachliche Debatte um das Buch sowie um das Engagement und die Praktiken des WWF. Der WWF seinerseits versuchte schon vor Erscheinen des Buches und jetzt nach Erscheinen noch massiver, dieses aufgrund eines vom Autoren ausgestrahlten Films im WDR zu stoppen. Das erscheint uns nicht als Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen und im Sinne eines glaubwürdigen Engagements für Mensch, Tier und Umwelt zu wirken.“

06. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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