Der WWF, eine kritische ARD-Doku, enttäuschte Spender und der Faktencheck der Umweltschützer

Der WWF hat im Moment alle Hände voll zu tun. Gestern Abend lief in der ARD eine kritische Dokumentation mit dem Titel „Der Pakt mit dem Panda – Was uns der WWF verschweigt“ des mehrfachen Grimme-Preisträgers Wilfried Huismann, der nach eigenen Angeben fast ein Jahr lang hinter die Fassade der einflussreichen Öko-Lobbyisten geschaut hat. Mit einem überraschenden Ergebnis, denn nach 45 Minuten hat das überaus positive Image der größten Umweltschutzorganisation der Welt ein paar deutliche Kratzer bekommen – und nicht nur bei den Zuschauern und Spendern ein Haufen Fragen hinterlassen.

Eine gute Zusammenfassung gibt es unter anderem bei den Kollegen von der Süddeutschen Zeitung, Spiegel Online sowie auf den Seiten von ARD und SWR. Da die TV-Doku noch nicht in der Mediathek abgerufen werden kann, hilft alternativ die Suche bei YouTube weiter: Teil 1 und Teil 2.

Doch zurück zu den Zuschauern und den Spendern, denen der Beitrag aus nachvollziehbaren Gründen ordentlich aufgestoßen sein dürfte. Einige sparten nach Ausstrahlung der kritischen WWF-Doku auch nicht mit deutlicher Kritik. Insbesondere auf Twitter und Facebook machte (und macht) das Thema die Runde. Inzwischen hat auch der WWF reagiert und einen umfangreichen Faktencheck veröffentlicht, der die wesentlichen Vorwürfe des TV-Beitrags wie erwartet zurückweist. Besonders lesenswert sind auch einige der rund 200 Kommentare (zwei Stunden nach Veröffentlichung) unter dem Faktencheck.

UPDATE: Der WWF-Beitrag der ARD ist jetzt auch in der Mediathek erhältlich.

23. Juni 2011 von Michael Friedrichs
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Kommentare (10)

  1. Checken Sie doch mal, was Herr Huismann in der Vergangenheit noch so an „qualitäts-journalismus“ produziert hat – Buchtip: „Rendezvous mit der Quote“.
    Es wird jedenfalls interessant sein zu sehen, was die ARD der Stellungnahme des WWF entgegenzusetzen hat – immerhin hat Herr Huismann, wenn er den WWF Faktencheck nicht durch harte Beweise widerlegen kann – kolossal geschlampt. Das wäre ziemlich unverständlich, wie eines der finanziell bestausgestattesten Medien-Häuser Europas so eine Produktion von „Qualitäts-Journalismus“ ohne vorherige Überprüfung durchgehen lassen konnte… in Zeiten von Guido Knopp allerdings kein allzu grosses Wunder mehr… vielleicht möchten Sie als Journalist, der diese Sache ja bereits aufgegriffen hat, vielleicht einmal selber etwas tiefer nachgehen, anstatt einfach nur wiederzukäuen? Sie erreichen Herrn Huismann unter huismann – AT – anaconda-film.de – aber ärgern Sie ihn nicht mit peinlichen Fragen zu seiner Kennedy-Verschwörung 🙂

  2. Vielen Dank für den (wenn auch anonymen) Kommentar. Der umstrittene „Hintergrund“ des Autors ist mir durchaus bekannt, ebenso wie die Tatsache, dass der Filmemacher bereits drei Grimme-Auszeichnungen für seine früheren Arbeiten bekommen hat. Wenn Sie meinen Blogbeiträge aufmerksam gelesen haben, ist Ihnen vielleicht nicht entgangen, dass es mir nicht um die Inhalte der TV-Doku geht, sondern wie der WWF mit dieser Krisensituation umgeht.