Facebook-Chef Mark Zuckerberg: „Wer mir vertraut, ist ein Vollidiot!“

Geht es nach Mark Zuckerberg, wäre dieser Instant Messaging-Dialog aus seiner Uni-Zeit wahrscheinlich nie an die Öffentlichkeit gelangt. Doch manchmal läuft es eben anders. Doch worum geht es hier? Kurz nachdem Zuckerberg von seiner Studentenbude aus den offiziellen Startschuss für Facebook gegeben hat, unterhielt er sich angeblich mit einem Kommilitonen via Instant Messanger über Privatsphäre in seinem Netzwerk. “ Ich habe über 4.000 E-Mails, Bilder, Adressen und Kurznachrichten“, tippte Zuckerberg damals in seine Tastatur. Auf die Frage, woher die ganzen Daten kommen, antwortete der Facebook-Chef, dass die Leute die Daten in ihren Nutzerprofilen einfach eingetragen hätten. Warum, wisse er nicht. Aber die Leute würden ihm vertrauen. „Alles Vollidioten“, fügte Zuckerberg hinzu.

Anbei die Konversation im Original:

Zuck: Yeah so if you ever need info about anyone at Harvard
Zuck: Just ask.
Zuck: I have over 4,000 emails, pictures, addresses, SNS
[Redacted Friend’s Name]: What? How’d you manage that one?
Zuck: People just submitted it.
Zuck: I don’t know why.
Zuck: They „trust me“
Zuck: Dumb fucks.

In Anbetracht der immer wieder stattfindenden Diskussion über Privatsphäre und Datenschutz-Probleme in dem weltgrößten sozialen Netzwerk dürfte der jetzt an die Öffentlichkeit gelangte Dialog eine eindeutige Sprache sprechen. Facebook-Nutzer, die ihre Nutzerdaten – egal in welcher Form und Art – dem Netzwerk überlassen, sind demnach schlichtweg Vollidioten. Sie seien schließlich selbst dafür verantwortlich, wenn ihre zum Teil vertraulichen Daten für anderen Zwecke verwendet und gegen klingende Münze entsprechend vermarktet würden. Und genau diese Auffassung scheint der Facebook-Chef auch heute noch zu vertreten. Allein ein Blick in die aktuellen Nutzungsbedingungen reicht aus, um diesen Standpunkt zu bestätigen. Entsprechend groß ist auch die Kritik – sowohl von den Nutzern als auch von diversen Datenschutzverbänden.

Mittlerweile hat sich auch ein Facebook-Sprecher zu Wort gemeldet:

The privacy and security of our users’ information is of paramount importance to us. We’re not going to debate claims from anonymous sources or dated allegations that attempt to characterize Mark’s and Facebook’s views towards privacy.

Everyone within the company understands our success is inextricably linked with people’s trust in the company and the service we provide. We are grateful people continue to place their trust in us. We strive to earn that trust by trying to be open and direct about the evolution of the service and sharing information on how the 400 million people on the service can use the available settings to control where their information appears.

Ich kann nur hoffen, dass Facebook das Thema Datenschutz endlich einmal ernst nimmt. Denn ist das Vertrauen der rund 400 Millionen Mitglieder erst einmal verloren, dürfte es auch für Sonnyboy Mark Zuckerberg ziemlich schwer werden, hier wieder Boden gut zu machen – insbesondere dann, wenn er seine Mitglieder vorher als Vollidioten bezeichnet hat.

via Business Insider

14. Mai 2010 von Michael Friedrichs
Kategorien: Soziale Netzwerke | Schlagwörter: , , , , | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Ahoi,
    Ich kann nicht verstehen, warum die Mitglieder von Facebook so ein Vertrauen in Zuckerberg haben und wer möchte schon als Vollidiot bezeichnet werden.
    Allerdings könnte dieser Dialog doch auch einfach ausgedacht sein, oder nicht?
    Wie ist man überhaupt an diesen Dialog gekommen?

  2. Der Dialog ist den Kollegen von Business Insider wohl von „einer zuverlässigen Quelle“ zugespielt worden. Zum Thema Vollidiot: In gewissem Sinne hat Zuckerberg schon recht. Nutzer, die ihre Daten ungefragt hinterlassen und sich nachher über Missbrauch wundern, können unter gewissen Umständen schon Vollidioten sein. Nicht desto trotz macht es sich dadurch und wenige Datenschutzproblem nicht gerade Freunde. Sobald es eine gute Alternative gibt, sind die User weg von der Plattform.

  3. Sobald es eine gute Alternative gibt, sind die User weg von der Plattform.

    So sehe ich das auch. Man hat es ja gesehen, welchen Zustrom G+ hatte. Und wenn die ersten „laufen“ dann laufen viele mit…