Landgericht Köln: WWF vs. Random House (Update)

Erster Schlagabtausch heute Mittag vor dem Kölner Landgericht. Die Kontrahenten: die Anwälte des WWF sowie die Anwälte des Gütersloher Verlagshauses, welches zur Random House-Gruppe gehört. Warum es geht, ist unter anderem hier nachzulesen. Wie Kölnische Rundschau berichtet, hat der WWF vor Gericht ein Teilerfolg erzielt. Demnach darf der Autor Wilfried Huismann Aussagen einer WWF-Funktionärin in einer zweiten Auflage des „Schwarzbuch WWF“ nicht mehr verwenden. In der Hauptsache bestehe aber weiter Uneinigkeit, so die Tageszeitung. Ein Entscheidung des Gerichts steht noch aus.

Verlagsjustiziar Rainer Dresen sagte, der Punkt mit der zitierten WWF-Funktionärin sei völlig nebensächlich, weshalb sich Verlag und Autor hier einem Vergleich nicht verschließen wollten. Der entscheidende Vorwurf des Buches sei, dass der WWF zu industrienah sei. Damit müsse sich der WWF argumentativ auseinandersetzen anstatt dagegen zu klagen. […]
Dresen sagte, der massive Widerstand des WWF gegen das Buch habe dazu geführt, dass es dem Verlag nun aus den Händen gerissen werde. Die erste Auflage sei schon vergriffen.[…]
Die Streitparteien versuchten, ihre Positionen mit Karten und anderem zusätzlichen Informationsmaterial zu untermauern und griffen sich dabei heftig an. Richterin Margarete Reske sagte, die beiden Seiten bekämpften sich mit einer Vehemenz, die die Möglichkeit einer gütlichen Einigung zunehmend verstelle. Sie warne „sehr davor, dieses Verfahren hier aus dem Ruder laufen zu lassen“.

Dies berichten die Medien über den heutigen Gerichtstermin:
Kölnische Rundschau: Umweltstiftung klagt gegen Autor
taz:Autor muss Passage streichen
DRadio Wissen: „Schwarzbuch WWF“ – Thema vor Gericht
Börsenblatt: Ein-Punkt-Vergleich, aber Streit geht weiter
Focus: „Schwarzbuch WWF“ – Gericht empfiehlt gütliche Einigung

15. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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Kommentare (4)

  1. Wie geht das Verfahren jetzt weiter?