Mein Sohn, das iPad und ich: Wie aus einem Blogbeitrag eine SPIEGEL-Geschichte wurde

Tom SPIEGEL

Anfang Februar habe ich auf padlive.de, dem Blog von Gerhard Schröder, einen Gastbeitrag mit dem Titel „Mein Sohn, das iPad und ich“ veröffentlicht. Hintergrund war die Frage, welche Apps mein zweijähriger Sohn auf meinem Apple iPad nutzt. In dem Gastbeitrag erkläre ich unter anderem, wie mein Sohn auf das Tablet aufmerksam wurde, wie er damit umgeht und welche Apps (insbesondere interaktive Kinderbücher) auf seiner Favoritenliste ganz oben stehen. Ein paar Wochen meldete sich Manfred Dworschak vom SPIEGEL bei mir. Er hatte meinen Gastbeitrag gelesen, war neugierig worden und wollte nun ein wenig mehr wissen über Tom (so heißt mein Sohn) und das iPad – für eine eigene Geschichte in einer der nächsten Ausgaben im SPIEGEL.

Um es kurz zu machen: Vor ein paar Tagen war es endlich soweit, die Geschichte ging in den Druck und zusammen mit Osama bin Laden auf Cover (Bonus-DVD inklusive) ist mein Sohn (natürlich nicht auf dem Cover, sondern auf den Seiten 124ff.) Teil der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe (Heft 19/2011) vom 7. Mai 2011 in der Rubrik „Wissenschaft und Technik – Lernforschung“ geworden. Unter dem Titel „Das Patschpäd“ geht es auf zweieinhalb Seiten um Säuglinge, die sich trotz ihres jungen Alters schon für das iPad und dessen Handhabung begeistern können.

Hier ein kleiner Auszug:

Tom weiß, was zu tun ist, wenn er ein iPad in die Hände bekommt. Mit einem Fingerstreichler entriegelt er fachgerecht die Bildschirmsperre. Dann wischt er sich durch vier, fünf Startseiten, bis er seine Spiele erspäht. Ein gezielter Patsch auf eines der bunten Symbolbildchen – und schon erscheint, dröhnend und scheppernd, das geliebte Auto der Müllabfuhr.

Demnächst wird der kleine Tom zwei Jahre alt.

„Das meiste hat er sich selbst beigebracht“, sagt sein Vater, der Journalist Michael Friedrichs, nicht ohne Stolz. Wenn Tom sich an den tönenden Autobildern sattgesehen hat, klimpert er auch gern auf einer virtuellen Tastatur; oder er patscht im „Wunderwimmelbuch“ her um, wo er die Affen im Zoo zum Turnen bringt und das Lama zum Spucken.

Tom Friedrichs ist keineswegs ein Ausnahmetalent; andere Eltern berichten Ähnliches. Schon kleine Kinder zeigen ein erstaunliches Gespür für die neuartigen Flachcomputer mit Bildschirmbedienung. Es genügt offenbar, dass irgendwo im Krabbel radius ein iPad (oder ein vergleichbares Gerät) herumliegt. Die Kleinen drücken, klopfen und patschen einfach so lange auf die wundersam leuchtende Fläche, bis etwas geschieht, das ihnen gefällt. […]

Insgesamt eine gute und runde Geschichte wie ich finde – auch wenn Verhaltensbiologin Gabriele Haug-Schnabel am Ende meint: „Das iPad ist sicherlich kein Teufelszeug, aber natürlich auch absolut unnötig – denn es bietet Kindern nichts, was sich nicht anders besser erreichen lässt“. Für sie steht eher der Nutzwert des Apple iPad im Vordergrund, den genervte Eltern ab und zu zu schätzen wissen, um ihrer Kinder zu beschäftigen. Da meine Frau und ich aber bei jedem Gebrauch neben unserem Sohn sitzen und die Apps (meistens interaktive Kinderbücher) gemeinsam konsumieren, sehe ich das Fazit von Haug-Schnabel ein wenig differenzierter.

11. Mai 2011 von Michael Friedrichs
Kategorien: In eigener Sache | Schlagwörter: , , , | 5 Kommentare

Kommentare (5)

  1. Das ist ja eine wunderbare Geschichte.

    Ich habe mit dem iPad, das ich seit Ende März 2011 besitze, ähnliche Erfahrungen gemacht. Mich hat überrascht, wie meine beiden Kids (4 und 8 Jahre alt) scheinbar traumwandlerisch mit den Kinder-Apps (Pixi-Bücher und Spielen) klargekommen sind.

  2. Ja, ist schon faszinierend. Möchte nicht wissen, wie mein Sohn damit umgeht, wenn er ein paar Jahr älter ist – wahrscheinlich besser als der Papa 😉

  3. Interessant! Ich hätte zwei Fragen: „Sehe das Fazit differenzierter“, den Satz verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Sie sagt doch: „es bietet Kindern nichts, was sich nicht anders besser erreichen lässt“. Lässt sich das noch wirklich differenzieren (ernst gemeinte Frage übrigens, keine Rabulistik) oder war das eher nur so gemeint wie: Dem widerspreche ich?

    Und nochwas: Was sind denn die fünf besten Apps für Kinder? Habe schon viel von „Die Kuh macht Muh“ gehört, und Lego soll auch okay sein. Aber sonst?

    Viele Grüße
    Thomas

  4. Die Lieblings-Apps von meinen Sohn sind derzeit: SoundTouch (Bilder mit Geräuschen verbinden), Lego Mini-Spiele (insbesondere das Memory), Magic Piano (Klavier-Simulation) sowie einige Pixi-Bücher wie beispielsweise Kasimir und Bodobert.