Nicolas Sarkozy outet sich auf Facebook als Mauerspecht

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Nicolas Sarkozy hat sich auf seiner Facebook-Seite als Mauerspecht geoutet. Auf dem 20 Jahre alten Bild ist der heutige französische Staatspräsident zu sehen, wie er sich mit Hammer und Spitzhacke bewaffnet an der Mauer in Berlin zu schaffen macht. Der Mann links neben ihm ist übrigens Alain Juppé, der später unter Jacques Chirac Premierminister wurde.

Auch ein paar Worte der Erinnerungen finden sich in seinem Facebook-Profil wieder. Er sei damals Beigeordneter der RPR gewesen, als er die Meldungen aus Berlin hörte. Gemeinsam mit Alain Juppé und anderen Abgeordneten sei er dann nach Berlin gefahren und bei den Veränderungen in der geteilten Hauptstadt Deutschlands dabei zu sein. Als die Gruppe in West-Berlin angekommen sei, seien sie gleich zum Brandenburger Tor gelaufen, wo sich bereits eine riesige Menschenmenge versammelt hatte. Über den Checkpoint Charlie seien sie dann in den Osten der Stadt gegangen, um von der andere Seite der Mauer ein paar Erinnerungsstücke aus der Mauer zuschlagen. Um sie herum seien viele Familien gewesen, die der Gruppe von ihren Gefühlen erzählte, ihren Plänen und den Emotionen der jahrelangen Teilung. Die Begeisterung sei riesig gewesen, da die Wiedervereinigung des deutschen Volkes auch das Ende des Kalten Krieges und der Beginn einer großen Freiheit innerhalb Europas bedeute.

In Frankreich haben die Erinnerungen Sarkozys eine lebhafte Diskussion über deren Wahrheitsgehalt ausgelöst. Die Geschichte könne so nicht stimmen. Sie sei unglaubwürdig, heißt es. Nicht einmal in Berlin, geschweige denn in Paris habe damals jemand ahnen können, dass die DDR die Grenzen öffnen würde, schreibt Journalist Alain Auffray in seinem Blog. Selbst die deutschen Radio- und Fernsehsender hätten die Nachricht erst am Abend verbreitet. Etwas seltsam ist auch, dass sich Juppé scheinbar in der Sache nicht so sicher ist wie Sarkozy. Man sei zwar nach Berlin gereist, auf den Tag genau könne er sich aber nicht mehr festlegen. In einem kürzlich ausgestrahlten TV-Interview datierte Juppé seinen Berlin-Trip noch auf den 10. oder 11. November. In seinem 1993 veröffentlichten Buch heißt es, er sei erst am 16. November in der Hauptstadt gewesen.

09. November 2009 von Michael Friedrichs
Kategorien: Internet, Politik, Soziale Netzwerke | Schlagwörter: , , | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Sorry,

    als Halbfranzösin muss ich mich aufregen: Dieser Artikel wimmelt nur so von Fehlern. Der ehemalige Präsident heißt immer noch JACQUES CHIRAC (esgibt keinen Grund, den Namen hier anzupassen), der heutige NICOLAS SARKOZY, die damalige Partei Sarkozys RPR (Rassemblement pour la République). Er war auch nicht Generalsekretär, sondern Beigeordneter (secretaire général adjoint). Abgesehen davon war die Mauer im Osten nicht mit Graffiti bemalt, weil niemand bis dahin kam.
    Es ist lobenswert, die Geschichte zu dokumentieren, aber es wäre schöner, wenn man das auch richtig täte.

  2. Vielen Dank für den Hinweis, Annett. Normalerweise bin ich immer sehr penibel was Rechtschreibung angeht, aber in diesem Beitrag ist mir scheinbar der Fehlerteufel durchgegangen zu sein. Die Fehler sind entsprechend korrigiert.

  3. Ich kann kein französisch. Aber wenn auf Sakos Seite wirklich steht, dass er auf der Ostseite der Mauer war, dann kann das Bild nicht stimmen, so wie Annett Allain es geschrieben hat.

    Hätten wir mal noch weitere zwanzig Jahre gewartet, dann wäre es Nicolas Sarkozy höchstpersönlich gewesen, der die Mauer niedergerissen hat, mit bloßen Händen …

  4. Originalzitat:

    Nous filons ensuite vers Check Point Charlie pour passer du côté est de la ville, et enfin confronter ce mur dans lequel nous avons pu donner quelques coups de pioche.

    Rohübersetzung laut Google Translate:

    Wir Nähte dann auf Check Point Charlie, auf der Ostseite der Stadt gehen, und schließlich stellen diese Mauer, wo wir einige Pickel geben könnte.

    Auch Spiegel & Co. schreiben vom Osten der Stadt. Vielleicht kann sich ja mal ein Franzose hier zu Wort melden und die Sache aufklären. Interessant sind übrigens auch die mehr als 1.000 Facebook-Kommentare auf Sarkozys Profil.