Notebooksbilliger: 70.000 neue Facebook-Fans mit langen Gesichtern

Es hätte alles so schön sein können. Notebooksbilliger wollte heute über seinen Facebook-Shop 1.300 HP TouchPads (in der WLAN-Version mit 32 GB Speicherplatz) zum Schnäppchen-Preis von je 129 Euro anbieten. Kein Wunder, der Ansturm an kaufwilligen Interessenten war enorm. Innerhalb eines Tages registrierte die Facebook-Seite von Notebooksbilliger mehr als 70.000 neue Fans (derzeit sind es knapp 112.000 Fans insgesamt), die nur darauf warteten, eines der 1.300 webOS-Tablets in Empfang nehmen zu können. Aufgrund des übergroßen Interesses ging der Server des Facebook-Shops jedoch in die Knie und der geplante Verkauf wurde kurzerhand abgesagt.

Die Anzahl der Anfragen pro Sekunde auf den Servern macht es den interessierten Kunden quasi unmöglich, eines der begehrten Geräte zu bekommen. So haben wir uns das nicht vorgestellt. Aus diesem Grunde haben wir in kleiner Runde entschieden, einen Vorschlag aufzugreifen, der aus den Reihen unserer Facebook-Fans kam.

Im Moment sitzen wir an einer speziellen Seite, auf der sich jeder Interessierte auf ein TouchPad “bewerben kann”. Diese Seite wird für 48 Stunden für euch freigeschaltet sein – ihr müsst also weder lange warten, noch eure Zeit verschwenden. Ein kürzerer Zeitraum zur Anmeldung macht keinen Sinn, da das die Server wieder zum Schmelzen bringen würde. Wir möchten, dass jeder Interessierte eine faire Chance auf ein HP TouchPad hat.

Aus allen, die sich auf dieser Seite eingetragen haben, werden wir am Ende der Aktionszeit 1300 Personen auslosen, diese per Mail kontaktieren und ihnen mitteilen, dass sie ein HP TouchPad käuflich erwerben können.


Das Geschrei ist nun groß – insbesondere bei den enttäuschten Interessenten, die den ganzen Vormittag vor dem Rechner gewartet und gehofft haben, zu den Glücklichen zu gehören und ein HP TouchPad zum Schnäppchenpreis ergattern zu können. Sie sitzen jetzt wahrscheinlich mit langen Gesichtern immer noch vor ihrem PC und ärgern sich über den Verlauf der (PR-)Aktion. Ob es 70.000 neue Facebook-Fans sind, die jetzt nicht mehr gut auf Notebooksbilliger zu sprechen sind, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Die negativen Kommentare auf der Facebook-Seite nach Abbruch der Verkaufsaktion sind jedenfalls nicht mehr zu übersehen – auch wenn die Idee zur Verlosung aus der Community kam.

Ich persönlich wundere mich insbesondere darüber, dass weder Notebooksbilliger noch Ondango (die sind technisch für den Facebook-Shop verantwortlich) auf diesen großen Ansturm vorbereitet gewesen sind. Aufgrund entsprechender Medienberichte sowohl in der Vergangenheit als auch im Vorfeld der Verkaufsaktion durfte meines Erachtens nämlich sehr wohl davon ausgegangen werden, dass der Online-Shop von Kaufinteressenten überrannt werden würde. Die Technikverantwortlichen haben in diesem Fall wahrscheinlich geschlafen und die ganze Sache falsch eingeschätzt.

Einige Vorwürfe, die ganze Aktion sei nur eine PR-Luftnummer zur Generierung von Adressen und neuen Facebook-Fans, halte ich allerdings für abwegig – zumal sich Blogger Carsten Knobloch (das Social Media-Mastermind bei Notebooksbilliger) für so eine Aktion sicherlich nicht zur Verfügung stellen würde.

Lesenswert in diesem Zusammenhang sich auch die Blogbeiträge von Nico Lumma (“Mit dem HP TouchPad in die Scheisse stürmen”) und Stefan Petersen (“Notebooksbilliger hat nichts geahnt – Ja, ne is klar”).

06. September 2011 von Michael Friedrichs
Kategorien: Internet, Marketing | Schlagwörter: , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Es geht weder um Adressen & Co – die Kollegen haben sich tatsächlich bemüht, um den Fans etwas Gutes zu tun. Schrieben wir ja in den Status-Updates. Du solltest mich ja kennen, von daher stimmt der letzte Satz.

  2. Man konnte wohl mit einem Ansturm rechnen, aber in dieser Grössenordnung wohl nicht. Es wird wohl eher so sein das die Verantwortlichen die Viralität unterschätzt haben.

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