WWF-Pressestelle: Kommuniziert ihr schon oder schweigt ihr noch?

Lieben Kollegen in der WWF-Pressestelle. Heute lief es beim Treffen vor dem Landgericht Köln ja nicht so gut, wie man in einigen großen deutschen Tageszeitung – und natürlich auch bei mir im Blog – nachlesen kann. Ich kann gut verstehen, dass Ihr Euch einen anderen Ausgang der Anhörung erhofft habt und Euch nun den Kopf zerbrecht, wie man dieses (wenn auch vorläufige) weniger gute Ergebnis möglichst positiv den vielen Spendern und freiwilligen Unterstützern verkaufen kann.

Bis zum 20. Juli habt Ihr nun Zeit, Euch eine bessere Strategie beim Umgang mit dem „Schwarzbuch WWF„, dem Autoren Wilfried Huismann und dem Güterloher Verlagshaus (Random House) zu überlegen. Und bis dahin darf das „böse“ Buch munter weiter vertrieben werden, welches Dank Eurer ganzen juristischen Trommelei den mutigen Buchhändlern derzeit höchst wahrscheinlich aus den Händen gerissen wird. An dieser Stelle sollte ich mich bei Euch gleich mal artig bedanken, denn ohne dieses Tamtam wäre ich auf die Geschichte und das Buch (den Film habe ich übrigens auch gesehen) vermutlich nicht aufmerksam geworden – und hätte Euch nicht eine ganze Reihe Blogbeiträge gewidmet.

Doch zurück zum Thema: Nach der heutigen Anhörung vor dem Landgericht Köln habe ich im Netz nach Reaktionen recherchiert, dabei eine Pressemitteilung des betroffenen Verlages entdeckt, diverse Artikel in Tageszeitungen und Online-Portalen – aber von Eurer Seite herrscht bis dato Funkstille. Weiterlesen →

16. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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„Schwarzbuch WWF“: „Der WWF muss sich auch Kritik gefallen lassen“


Mit einer Pressemitteilung hat sich die Verlagsgruppe Random House nach dem heutigen Gerichtstermin zu Wort gemeldet (siehe unten). Demnach darf die aktuelle Auflage bis zum 20. Juli 2012 sowohl als Print- als auch als E-Book-Ausgabe unverändert vertrieben werden. Inwiefern der Buchhandel auf diese Entscheidung reagieren wird, bleibt abzuwarten.

Heute konnte in einer vierstündigen mitunter sehr kontrovers verlaufenden Verhandlung im Landgericht Köln der Streit um das „Schwarzbuch WWF“ von Wilfried Huismann noch nicht letztgültig beigelegt werden. Das Gericht erklärte, der Fall sei eigentlich zu komplex für das einstweilige Verfügungsverfahren. Ein etwaiges Urteil wäre eines der längsten, das je in dieser Verfahrensart zu schreiben wäre. Deshalb wird das Gericht den Parteien nun innerhalb einer Woche sogenannte Leitlinien zu sämtlichen in Frage stehenden Buchpassagen vorschlagen, und hat sie aufgefordert, auf jener Basis bis zum 20. Juli 2012 eine einvernehmliche Lösung des Rechtsstreits herbeizuführen. Erst wenn bis zu diesem Zeitpunkt keine Einigung erzielt wurde, ist ein Urteil zu erwarten.

Die zuständige vorsitzende Richterin schloss das Verfahren mit den Worten: „Der WWF muss sich auch Kritik gefallen lassen.“

Bereits jetzt haben sich die Parteien darauf verständigt, in einer etwaigen zweiten Auflage die Passage über ein Interview mit einer WWF-Funktionärin leicht zu modifizieren. Moniert wurde, dass diese nun namenlose Funktionärin eine Intervieweinwilligung ausschließlich für den WDR-Film und nicht für das Buch des Autors Wilfried Huismann gegeben habe und das Buch im Vergleich zum Film eine „nicht-flüchtige Darstellung“ sei.

Dies bedeutet insgesamt also, dass bis zum 20. Juli alle Print- und E-Book-Ausgaben des Buchs unverändert vertrieben werden dürfen. Auch ein Vorgehen gegen den Buchhandel, dessen bloße Inaussichtstellung zahlreiche Grossisten bereits jetzt zum Anlass nahmen, das Buch aus dem Vertrieb zu nehmen, ist vor dem Hintergrund der aufgezeigten richterlichen Entscheidung bis zum 20. Juli nicht zu erwarten. Bis zu diesem Termin kann daher jeder Buchhändler das Schwarzbuch WWF weiter verkaufen bzw. wieder ins Programm nehmen.

Lesenswert sind in diesem Zusammenhang in der Süddeutschen Zeitung (SZ) als auch in der FAZ.

Emotional und engagiert war die Debatte, die sich Vertreter des WWF vor dem Kölner Landgericht mit ihren Kritikern lieferten. Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten des „Schwarzbuch WWF“. Das Enthüllungswerk darf zunächst ohne Änderungen weiter vertrieben werden.

15. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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Landgericht Köln: WWF vs. Random House (Update)

Erster Schlagabtausch heute Mittag vor dem Kölner Landgericht. Die Kontrahenten: die Anwälte des WWF sowie die Anwälte des Gütersloher Verlagshauses, welches zur Random House-Gruppe gehört. Warum es geht, ist unter anderem hier nachzulesen. Wie Kölnische Rundschau berichtet, hat der WWF vor Gericht ein Teilerfolg erzielt. Demnach darf der Autor Wilfried Huismann Aussagen einer WWF-Funktionärin in einer zweiten Auflage des „Schwarzbuch WWF“ nicht mehr verwenden. In der Hauptsache bestehe aber weiter Uneinigkeit, so die Tageszeitung. Ein Entscheidung des Gerichts steht noch aus.

Verlagsjustiziar Rainer Dresen sagte, der Punkt mit der zitierten WWF-Funktionärin sei völlig nebensächlich, weshalb sich Verlag und Autor hier einem Vergleich nicht verschließen wollten. Der entscheidende Vorwurf des Buches sei, dass der WWF zu industrienah sei. Damit müsse sich der WWF argumentativ auseinandersetzen anstatt dagegen zu klagen. […]
Dresen sagte, der massive Widerstand des WWF gegen das Buch habe dazu geführt, dass es dem Verlag nun aus den Händen gerissen werde. Die erste Auflage sei schon vergriffen.[…]
Die Streitparteien versuchten, ihre Positionen mit Karten und anderem zusätzlichen Informationsmaterial zu untermauern und griffen sich dabei heftig an. Richterin Margarete Reske sagte, die beiden Seiten bekämpften sich mit einer Vehemenz, die die Möglichkeit einer gütlichen Einigung zunehmend verstelle. Sie warne „sehr davor, dieses Verfahren hier aus dem Ruder laufen zu lassen“.

Dies berichten die Medien über den heutigen Gerichtstermin:
Kölnische Rundschau: Umweltstiftung klagt gegen Autor
taz:Autor muss Passage streichen
DRadio Wissen: „Schwarzbuch WWF“ – Thema vor Gericht
Börsenblatt: Ein-Punkt-Vergleich, aber Streit geht weiter
Focus: „Schwarzbuch WWF“ – Gericht empfiehlt gütliche Einigung

15. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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Persil macht’s möglich: vorher Oranje, jetzt DFB-Fan

Auf den Punkt gebracht. Gefunden auf der Facebook-Seite von Persil Deutschland.

13. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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Oranje-Fans befestigen Parkkralle am DFB-Bus


Erfolgreiche Social Media-Aktion in den Niederlanden – die bekannte Brauerei Heinecken macht es vor. Auf YouTube sorgt derzeit das oben stehenden Video für jede Menge Lacher. Der Inhalt: Orange-Fans bringen heimlich eine Parkkralle am deutschen Mannschaftsbus an und hindern so die deutsche Elf beim weiteren Fortkommen. Dass es sich hierbei um einen gut gemachten Fake handelt, dürfte schnell klar sein – wer hinter dieser Aktion steckt jedoch nicht.

Schaut man allerdings sowohl auf die Webseite als auch auf die Facebook-Seite von Heinecken, ist die Sache klar. Das Parkkrallen-Video ist ein Ergebnis der aktuellen Kampagne „Rugnummers“. Oranje-Fans werden hier aufgefordert, Fotos und Videos von Aktionen hochzuladen, die zeigen, dass man in Holland beim der laufenden Europameisterschaft ganz klar die Nase vorn hat.

13. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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„Schwarzbuch WWF“: Interview mit RA Torsten Kutschke über Selbstzensur und die Freiheit des Wortes


Am kommenden Freitag entscheiden die Richter am Landgericht Köln in einer mündlichen Verhandlung, wie es mit dem „Schwarzbuch WWF“ weitergeht. Die Vorgeschichte gibt es hier, hier und hier. Beim Börsenblatt ist heute ein lesenswertes Interview mit Rechtsanwalt Torsten Kutschke, Chefredakteur der medienrechtlichen Zeitschrift „Kommunikation & Recht“ sowie Leiter der Rechtsabteilung der Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag in Frankfurt am Main, erschienen.

In meinen Augen besonders interessant ist die letzte Frage/Antwort:

Am 15. Juni entscheidet das Landgericht Köln über die einstweilige Verfügung des WWF. Falls dem stattgeben wird, was würde das für den Verlag, die Buchhändler und die Grossisten bzw. großen Online-Buchhändler bedeuten?
Kutschke: Zunächst wieder einen Einschnitt in die Freiheit des Wortes. Wie schon gesagt, mehren sich die Fälle, in denen Autoren kritischer Bücher mit presse- und persönlichkeitsrechtlichen Unterlassungen „bestraft“ werden. Oft auch über Behauptungen, die beim besten Willen nicht relevant sind. Ich hoffe gleichwohl, dass der Verlag gewinnt. Wenn die einstweilige Verfügung erst einmal erlassen ist, dürfte der Verlag das Buch bzw. die angegriffenen Passagen vorerst nicht weiter verbreiten. Bis eine eventuell höhere Instanz anders entscheidet. Bücher, die noch im Buchhandel sind, wären davon zunächst nicht betroffen, es sei denn, das Gericht entscheidet hier etwas anderes.

12. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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Mac OS X Mountain Lion kommt im Juli – für knapp 20 Euro

So interessant war eine Apple-Keynote im Rahmen der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC schon lange nicht mehr. Neben allerlei Informationen zu iOS 6, neuen Macbooks und der eigenen Maps-App (sehr cool übrigens) gab es auch Details zu Mac OS X Mountain Lion. Bereits in wenigen Wochen (im Juli) wird die nächste Version des Apple Desktop-Betriebssystems als Download im Mac AppStore zur Verfügung stehen. Kosten wird Mountain Lion allerdings nicht knapp 30 Euro wie sein noch aktueller Vorgänger, sondern zehn Euro weniger – also knapp 20 Euro. Das nenn ich mal Kampfpreis und sage schon jetzt ganz artig: Danke, Apple!

11. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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iOS 6: Erstes Apple iPad bekommt keine Updates mehr

Heute Abend stellt Apple im Rahmen der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC mit iOS 6 die nächste Version seines mobilen Betriebssystems vor, welches voraussichtlich im Sommer in der finalen Version zur Verfügung stehen soll – und heute Abend als Vorabversion den Entwicklern zum Download angeboten wird. Besonders interessant dürfte in diesem Fall sein, dass weder das erste Apple iPad noch die dritte iPod touch-Generation iOS 6 unterstützen wird. Aber heute Abend wissen wir mehr. Um 19 Uhr beginnt die Keynote übrigens.

11. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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