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 Qualitätsautoren (!) bei PC-Welt gesucht, für 10 Euro pro News - Newsschreiber, Journalimus, Jobanfrage, Autoren - Michael Friedrichs

Qualitätsautoren (!) bei PC-Welt gesucht, für 10 Euro pro News

Selbst bei renommierten Verlagen muss das Geld in jüngster Zeit ziemlich knapp sein. Ich selbst habe in den vergangen Jahren für einige etablierte Online-Medien geschrieben, aber die Anfrage, die heute Vormittag in meinen Mail-Eingang gelandet ist, hat mich nun doch – brav formuliert – etwas sprachlos gemacht. Demnach ist die IDG Magazine Media GmbH derzeit auf der Suche nach neuen Autoren, die sich mit IT-Themen hervorragend auskennen. Eigentlich nichts ungewöhnliches für ein großes News-Portal wie pcwelt.de mit rund 3,6 Millionen Lesern (laut AGOF), welches ständig auf der Suche nach (hoffentlich) hochwertigem Content ist. Was mir aber schlussendlich die Sprache verschlagen hat, ist das großzügige Angebot von zehn Euro (!!) pro News. Mindestens 500 Wörter, Keyword-Links, SEO-Optimierung, Quellen-Hinweis und perfektes Deutsch inklusive – nehme ich mal an.

Vielen Dank, aber ich lehne dankend ab – und ihr hoffentlich auch. Apropos: SEO-Schmieden, die den gleichen Content (und auch die Masse an Texten) benötigen, zahlen nicht selten deutlich mehr. Ebenso wie ein paar andere etablierte Online-Portale hierzulande, die die Arbeit von News-Autoren noch zu schätzen wissen.

Die IT-Website www.pcwelt.de sucht Autoren für die Produktion von News. Wir suchen freiberufliche Autoren, die sich mit IT-Themen hervorragend auskennen und in Absprache mit der Redaktion News für pcwelt.de beisteuern möchten. Zu den Themengebieten gehören unter anderem: Digital Lifestyle, Heimnetz & WLAN, Server & Storage & Netzwerk, neue Technologien und Produkte, Smartphones, Business-Hardware, Business-Software, IT-Services und Unterhaltungsthemen.

Jeder Autor kann sich zeitlich flexibel um die gemeinsam mit der Redaktion ausgewählten Themen kümmern. Ideal also für Autoren, die abseits ihrer gewohnten Tätigkeit mit nur wenigen Stunden am Tag oder in der Woche etwas nebenbei verdienen möchten. Pro News wird mit 10 Euro vergütet. Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich doch einfach mit einer E-Mail bei xxxxx@pcwelt.de.

16. Mai 2011 von Michael Friedrichs
Kategorien: Medien | Schlagwörter: , , , | 50 Kommentare

Kommentare (50)

  1. Da fällt einem wirklich nix mehr zu ein. Gute Sache, das hier publik zu machen.

    Ciao
    Johannes

  2. Der Preis erklärt dann auch die Qualität des Contents auf der Seite… Frechheit.

  3. Hammerhart. Fällt mir nix zu ein. Doch: widerlich.

  4. Kann man nur anschließen, der Preis ist in Wahrheit eine Frechheit! Für 10 € bei dem Wortumfang ist maximal ein gespinnter Artikel von bereits verkauftem Content drinnen. :)

  5. 10 Euro für mindestens 500 Wörter, also für 0,02 Euro pro Wort?

    Liebe PC-Welt…das Budget für ordentliche Autoren solltet Ihr haben. Denn Ihr lebt doch vom Content oder nicht?

    Einfach nur peinlich…

  6. Das ist echt ne Frechheit. Aber ich denke das Problem ist nicht nur PC-Welt, sondern auch das es nun mal genug gibt die das machen. Ich meine, für ein Taschengeld nebenbei sicher für viele interessant.

    Ich glaube die müssen durch schlechten Content einfach mal auf die Schnauze fallen. Die Ansicht “Weniger ist mehr” ist hier eindeutig fehl am Platz!

  7. Genau da ist das Problem. Es wird sicherlich ein paar Leute geben, die sich auf die Anfrage hin bei der Redaktion melden werden. Aber von Qualität oder Qualitätscontent kann man dann nicht mehr sprechen. Sehr schade diese Entwicklung. In Deutschland hält meiner Meinung nach nur noch Heise die Qualitätsflagge hoch. Bin gespannt, wie lange sie sich das noch leisten können oder wollen.

  8. Gerade bei Cashy drüber gestoplert… Das ist echt der Hammer. Die RTL-Öffentlichkeit beschwert sich über 1-Euro Jobs, aber die sind ja noch gut bedient verglichen mit solchen Angeboten!

    PC-Welt fällt damit aus meiner Wahrnehmung heraus!

  9. wow von einem Magazin wie PC-Welt erwarte ich schon einen höheren “Pro-Wort-Preis” – 2 Cent sind wirklich wenig für die Qualität die offensichtlich verlangt wird. Normal sind in diesem Bereich doch Beträge von 7-8 Cent pro Wort (zumindest bei langjähriger Erfahrung, die Michael ja besitzt). Einfach nur pfui und ich hoffe das die PC-Welt in Zukunft keine billigen Autoren findet!

  10. Hallo Nachbar,
    danke fürs public machen!
    “Hervorragende” Leute und Artikel haben wollen, aber dann solch eine “Vergütung” anbieten.

  11. Traurig Traurig…aber was will man von Portalen wie PC-Welt oder Chip auch erwarten. Der Content begeistert keinen mehr und wird auch immer wieder aufgewärmt. Verwundert mich nicht, dass man sich Schreiberlinge holen will, die das gleiche zum “Nulltarif” machen.

  12. Hallo Herr Friedrichs,

    eine Top-News ist Ihr Bericht!

    Hmm, eine News die ihres gleichen sucht. Klasse!

    Als ich Ihren Berichts las, dachte ich das ich nicht richtig lese.
    Früher las ich die PC-Welt, hatte ein Abo und wirklich JEDE 2. Seite war mit Werbung überfüllt, meist ganzseitige Werbung renomierter IT-Größen. Mir wurde es im wahrsten Sinne zu bunt. Abo gekündigt, ist schon Jahre her. Dann irgendwann schaute ich mir während meiner Wartezeit am Bahnhof die PC-Welt an und dachte, die ist aber dünn geworden. Es war viel weniger Werbung enthalten. Nachdem ich Ihren Bericht las, dachte ich an damals, an die dicke PC-Welt. Ich nenn es mal Printmedien-Spamming, Werbereiz-Überflutung. Wie man es auch immer nehnnen mag. Infos sind gut, aber dann bitte nicht in solchen Ausmaßen. Nun, die Zeit der Printmedien ist doch stark rückläufig (früher war eine Computerzeitung auch mal ausverkauft, heute geht die unverkauft an den Verlag zurück), im Netz hat jede Zeitung Ihre Website und Facebook-Fanseite. Fraglich warum ein Verlag, dies mit Dumpingpreisen beschleunigen möchte, wenn gute und gut recherierte Berichte, Tipps und Tricks, sowie Tests nur noch aus der Content-Dose kommen. Will aber niemand, also gilt faire Bezahlung für guten Service. Ein wirkliches und ehrliches Dankeschön für diese Top-News!

  13. Für je 1 Euro mehr Bügel ich die Hemden der Redaktionsmitarbeiter. Für je 50 Euro mehr koche ich Kaffee und für 20 Cent gibt es ein lecker belegtes Wurstbrötchen. Meine Seele gibt es gratis dazu.

  14. Auf diesen Seiten gibt es tatsächlich noch richtige News? Ich seh da immer nur: Bildstrecke – Die neusten Android Apps

    Die besten Smartphones hier in unserer Bildstrecke.
    usw.
    usf.

    Richtige Nachrichten hab ich da schon ewig nicht mehr gesehn.

  15. Ich hatte letztens ein Angebot von einer Zeitschrift für Webdesigner (ich nenne den Namen mal nicht), die am Kiosk für 10 Euro verkauft wird. Ich sollte einen 4-seitigen Artikel schreiben. Die Gegenleistung dafür bestand im Abdruck einer Autorenbox und einer Anzeige im Wert von 80 Euro. Den Anzeigenwert durfte man sich nicht bar auszahlen lassen. Ich habe dankend abgelehnt. Aber es gibt scheinbar genügend Leute, die solche Deals mitmachen.

    Fazit: Die Kostenloskultur breitet sich jetzt auch auf den Printbereich aus :-(

  16. Toller Artikel, der einem mal die Augen öffnet, wies hinter den Kulissen wirklich abläuft.

    Ich befürchte auch, dass sich genug Schreiberlinge um so einen Auftrag reißen werden. Auf Qualität scheint ja nicht geachtet zu werden. Ich könnte davon nicht leben (muss es aber ;)

    Hoffentlich verbreiten sich solche News und Beiträge wie dieser hier schnell und es gibt bei den Printmedien usw. ein rasches Umdenken. Kundenbindung funktioniert, langfristig gesehen, auf jeden Fall anders.

  17. Sein wir ehrlich: In einer Welt, in der alle immer mehr Qualität fordern, aber nichts dafür bezahlen wollen, ist nunmal kein Platz für Top-Gehälter. Also warum wird eigentlich auf die Leute geschimpft, die versuchen, sich über Wasser zu halten?

    Ich sehe schon das Ende: Irgendwann gibt es keine Verlage mehr. Und keine Musiklabels. Und keine Filmverleiher.

    Dann informieren wir uns in kostenlosen Privat-Blogs. Große Musiker gibt’s auch nicht mehr, weil ohne Labels keiner mehr Tourneen finanziert. Und als Filme können wir uns bald auch nur noch irgendwelchen Independent-Kram anschauen, bei dem die Schauspieler für Brötchen mitgemacht haben.

    Neenee. Nicht immer nur die bösen Anbieter: Es gibt da auch noch ‘ne zweite Seite, die da ein großes Stück Anteil an der Situation hat. Aber die unterschlagen wir immer gern.

  18. Ich bezweifle das man bei diesen ominösen Content-Broker-Netzwerken mehr Geld bekommt, und ich fürchte auch, dass die Leute die dort schreiben mit den 10€ schneller mehr verdienen als bei denen. Immerhin bieten die überhaupt etwas, es gibt da durchaus das eine oder andere Magazin das bietet Ruhm, Ehre und ein schlecht gehostetes Blog – Abtretung der Rechte an den Verlag inklusive. Das ist ein ähnliches Konzept wie bei den Handwerker-Börsen – es gibt immer einen der für gute Arbeit nichts bezahlen will, und es gibt auch immer einen der sich prostituiert. Was dann letztendlich zu dem Problem führt, das ein Verlag nicht mehr Geld ausgeben kann, als er einnimmt – und immerhin ist das hier Internet, da ist immer alles umsonst …

  19. Öm, 10 Euro für einen recherchierten Beitrag, der nicht innerhalb von 5 Minuten “hingeklatscht” werden kann, da er 500 Wörter umfassen muss, ist gelinde gesagt eine Frechheit. Zumindest wenn man überlegt, was die PC-Welt an Reichweite hat und wieviel Werbeeinnahmen da ggf. generiert werden.
    Leider werden da genügend Leute drauf anspringen und sich dann sagen “wow, ich schreibe für die PC-Welt.
    Neulich trudelte ein Angebot einer Seite ins Postfach, die sich Beiträge erkaufen wollte. Klar freue ich mich über Gastbeiträge, wenn ich mit der Veröffentlichung eines Beitrages Geld verdienen würde, wäre prima, aber was die angeboten hatten war dass sie schreiben und ich das quasi unkorrigiert veröffentlich darf, nur damit ein Backlink dazu kommt.
    Dann lieber keine Einnahmen, aber ein Stück Unabhängigkeit und Ehrlichkeit behalten

  20. Dieses exemplarische Beispiel zeigt doch in erster Linie wie hart der Medienmarkt derzeit umkämpft ist. Der Preisdruck ist gewaltig und das generieren von Einnahmen wird immer schwieriger. Als Blogger kann ich darüber eigentlich nur lachen, wenn ich pro Artikel 10 Euro bekäme wäre ich derzeit wirklich recht glücklich, gerade die Blogger sollten das kennen, man rackert sich Tag für Tag ab aber finanziell zahlt es sich absolut nicht aus. Wer denkt als Blogger viel Geld verdienen zu können sollte sich schleunigst nach einer anderen Beschäftigung umsehen, natürlich gibt es auch einige wenige die wirklich Geld verdienen aber das sind seltene Ausnahmen!

  21. Also…mal ganz ehrlich…über die Jahre hinweg haben Autoren horrende Preise für zumeist zusammenkopierte Texte verlangt und bekommen (nicht alle!!!!)….und solange es Menschen gibt, die das mitmachen, werden wir bald bei 5 Euro sein….ich fordere mit dieser ketzerischen These einfach mal auf, darüber nachzudenken, dass nicht nur die Verlage/ Auftraggeber daran schuld sind….

  22. @Jörn: Im Print-Bereich gebe ich Dir sicherlich Recht, aber was Online-Honorare angelangt kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass dem nicht so war und ist.

  23. Wie vorhin schon bei Twitter diskutiert, scheint es derzeit einen Trend (oder sollte man eher Bedarf sagen?) zu günstigen Schreiberlingen für “Qualitätscontent” zu geben. Erst Wikio, dann das hier…
    Ich wage zu bezweifeln, dass sich sowas auszahlt, denn der Kunde merkt schnell, wenn die Qualität nachläßt und sucht sich eine andere Nachrichtenquelle. Andersherum gesehen ist diese Methode Content zu generieren aber immer noch besser, als zu klauen und abzuschreiben, oder?

  24. Mag sein, aber wie gesagt, der Leser wird den Unterschied feststellen und entsprechend reagieren. Bei Print-Medien wird das Abo gekündigt bzw. die nächste Ausgabe nicht mehr gekauft, bei Online-Medien wird der RSS-Feed gekündigt bzw. die Seite aus den Bookmarks gelöscht und nicht mehr angesurft. Bei mir findet die Entscheidung jedenfalls ziemlich fix statt.

  25. Ich sollte eigentlich erschüttert sein, aber es zieht sich bei allen Verlagen durch. Ich habe seit langem in der IT Zeitschriftenbranche. Es werden mit Sicherheit einige Zeitschriften verschwinden. Solange Redakteure für Verlage nur Kostenstellen auf zwei Beine sind, ändert sich nix. Ichseh das übrigens auch im Lokaljournakismus wie hier http://redaktion42.wordpress.com/2011/02/18/burgerjournalismus-hat-qualitat-hier-eine-chance/

  26. 10 EUR – da bezahlt wohl sogar jede offline Regionalzeitung mehr an ihre Redakteure. Blogger mit gutgehenden Blogs dürften über solche Honorare nur lachen.

  27. Denk die einfach die News aus und kassier die 10 Euro. PC-Welt würde dadurch sicher noch an Qualität hinzugewinnen.

  28. Vielleicht als Hintergrund:
    (Disclaimer: Ich hab als festangestellter Redakteur bei IDG gearbeitet und schreibe auch als Freier noch immer für den Verlag, auch für die PCWelt – der Kommentar hier ist aber meine private Meinung)
    Die PC-Welt und andere Magazine zahlen normalerweise recht gut – allerdings halt nur für Artikel.
    News sind dazu im Gegensatz eben kurze Texte, in die nicht viel Arbeit fließt. Die haben auch Blogger immer wieder, da wäre das Pendant wohl so etwas wie “Schaut mal bei Blog XY vorbei, die haben einen guten Beitrag über X” oder eine Zeile Text mit einer nachgelegten Original-Pressemitteilung als Zitat.
    Versteht mich nicht falsch, die Wortwahl finde ich ein wenig seltsam, aber mit News-Schreiberei verdient wohl kaum ein freier Journalist sein Geld (und wenn doch: Hut ab. Oder eher Mitleid). Das sind halt Dinge, die nebenbei abfallen. Oder die ich innerhalb von 5 Minuten runterreissen kann.
    Tl;dr: Bezahlung bei News nicht mit Bezahlung bei Artikeln verwechseln.
    Und @Beobachter: Sorry, gerade bei den Regionalzeitungen liegen die Preise noch viel niedriger.

  29. Die Spirale dreht sich hier immer weiter. Wer seine hochwertigen Umfelder nicht mit Qualitätsargumenten verrmarkten kann (Preisdrücker-Taktik) hat immer weniger Einnahmen, muss am Produkt sparen, verliert damit weiter an Qualität und muss noch weiter runter mit den Preisen.

    Es wäre besser, wenige Themen gut zu bedienen und diese Umfelder dann auch hochwertig zu vermarkten, als den billigen Jakob zu spielen, der alles mitnimmt, was gerade kommt.

    Einige Verlage haben es ihren Vermarktern viele Jahre zu einfach gemacht, das rächt sich jetzt, wo jeder Euro gebraucht wird, damit das journalistische Produkt vorankommt.

  30. @Michael Friedrichs: Perfektes Deutsch sollte wohl nicht das Problem sein, wenn man sich als Profischreiber versteht. Aber die 500 Wörter sind ja ebenfalls nur eine Annahme. Die Frage ist also: Was versteht die PC-Welt unter ‘News’?

    Das Problem sind grundsätzlich nicht diese 10 Euro. Das Problem ist das ganze Drumherum…

    * Wann wird z.B. gezahlt? Bei Annahme des Artikels oder bei Abdruck/Verwendung? Ein Magazin hatte mal einen Top-Beitrag von mir fast ein Jahr in der Schublade – als Reserve. Das Honorar dafür hatte ich dann 14 Monate nach Annahme auf dem Konto. Ein Autor sollte auf Zahlung bei Annahme bestehen.

    * Wie ist die Kommunikation bzw. der Workflow? Ideal wäre ein >Ich hab da wasSchick mal herWir nehmen es< Handling per eMail. Wenn ein Autor etwas anbietet und dann lange auf eine Antwort warten muss, sollte er die Zusammenarbeit sofort beenden.

    * Redakteure wirken oft als 'Content-Manager', die nur noch das Material der Freelancer verwursten und ihren Wert als 'Journalist' hochhalten, indem sie Beiträge bearbeiten, die eigentlich okay sind. Sollen sie machen. Ein Autor sollte sich aber niemals darauf einlassen, geforderte Nachbesserungen auszuführen.

    Ich kürze hier mal ab: Die genannten 10 Euro wären durchaus in Ordnung, wenn der gesamte Job vom Anbieten über das Abgeben hin zur Annahme inklusive Bezahlung in 20 Minuten zu erledigen ist. Das wäre dann ein Umsatz von 30 Euro pro Stunde. Voraussetzung wäre, dass es nirgendwo hakt – auch nicht bei der Überweisung!

    @Jörn: Autoren haben früher nicht horrende Honorare bekommen. Die Grenze zwischen Arm und Reich war die Art des Arbeitsverhältnisses. Die angestellten Schreiber hatten ein recht hohes, festes Gehalt und wenig Stress, während die Freelancer sich für Kleingeld abstrampelten.

    Natürlich: Wer als Freier exklusiv hochspannendes Material liefern konnte, durfte beim Honorar richtig frech werden. Die meisten Freelancer aber mussten mit Gelegenheitstätern konkurrieren, denen der Abdruck des eigenen Names in einem bekannten Blatt schon Lohn genug war.

    Gruß vom Gerd

  31. Der Lohn ist ein Witz.
    Was ich aber ergänzen möchte: PC-Welt WAR einmal ein vernünftiges PC-Boulevardblatt. Besonders die Online-Seite hat durch das dauernd niedrige sprachliche Niveau und die Dauerwerbung stark an Attraktivität verloren und fischt im Moment nur noch im Trüben und zwar bei Nutzern die ihre Seiten nicht mehr bookmarken sondern einfach lieber bei Google suchen/wieder finden. (Beispiel Google-Link http://tinyurl.com/6hot2ae)
    Ich frage mich, wer die Print-Version noch liest, da dort nur abgestandene Stories der vergangenen Wochen enthalten sind. Im Gegensatz zu Heise verzichtet man auf fundierte Artikel,…denn die kosten ebenfalls.
    Jede Seite Werbung die durch redaktionellen Inhalt verloren geht…kostet Geld.

    also: Nicht immer auf den Namen hören, PC-Magazine wechseln immer mal wieder den Besitzer und auch den Stil…siehe CHIP, welche auch nicht mehr lesbar ist.

  32. Die ganze Sache mit der PC Welt hat mich an eine Sache aus 2009 erinnert und ich habe gerade meine alten Mails durchgestöbert und sie sogar wieder gefunden:
    Damals fing ich gerade an zu bloggen und wurde durch Zufall darauf aufmerksam, dass eine große (60.000 unique visitors pro Tag) Technik Webseite, ebenfalls als Magazin erhältlich, News-Redakteure sucht.

    Also habe ich mich dort mal beworben und wollte wissen worum es denn genau geht. Als Antwort folgte dann (auszugsweise):
    “Für alle Newsposter haben wir eine unentgeltliche Probezeit von 2 Wochen vorgesehen […] Jede News sollte nach Möglichkeit rund 1400 Zeichen (inkl. Leerzeichen) lang sein […] Nach der Probezeit bieten wir 2 Euro für jede News”

    Einen weiteren Kommentar spare ich mir.

  33. @Michael: Ja, ist schon heftig. Die Zukunft des Journalismus sehen ich aber im selbständigen Publizieren. Das muss dann nicht unbedingt im eigenen Web oder Blog geschehen. Und nicht jeder, der es anstrebt, wird davon leben können. Die Grenze zwischen Hobby- und Profi-Journalist wird fließend sein. Verlage werden aber nicht mehr von Billiglöhnen profitieren können.

    mfg

  34. Es gibt immer zwei die miteinander verhandeln. Einer der es macht und einer der es mit sich machen läßt.
    Oder man läßt es.
    Ich hatte im januar eine anfrage von “pcpraxis” bezüglich eines artikels zum mac. Und ich habe es gelassen.
    Sollen die chefredakteure und verleger die arbeit selbst mache. Mal sehen wie weit sie damit kommen!?
    Ciao…

  35. Ich nehme stark an, dass sich insbesondere im News-Bereich diese Spirale nicht so einfach umdrehen lässt, gerade weil heute nicht mehr die inhaltliche Qualität sondern die Googlebarkeit™ im Vordergrund steht. Da könnte man nur als Nutzer was gegen tun. Aber die Nutzer/Leser, die diese Entscheidung treffen könnten Magazine/schnell gestrickten Content nicht mehr zu besuchen, haben weder die Zeit noch die Expertise das zu entscheiden, noch die Lust beziehungsweise die Kenntnis von diesen Zusammenhängen. Ist also schwierig. Es liegt meiner Meinung nach nicht nur an den Verlagen/Chefs. Obwohl das mit den 2 Euro je News wirklich eine Frechheit ist…

  36. Ich zuck da noch nicht mal zusammen. Die WAZ zahlt für eine ganze Seite (Beilagenredaktion) 160 Euro – Text, Fotos und Layout. Wenn Anzeige drauf, dann weniger. Die WAZ-Tochter WVW (Anzeigenblätter) beschäftigt Pauschalisten für 50 Euro am Tag. Pauschalen von 100 Euro am Tag sind schon fast hochbezahlt. Wenn die armen Schweine das Angebot von PC-Welt lesen, werden die weinen vor Glück…

  37. Noch einmal zur Klarstellung: Ich ging in der Stellenausschreibung davon aus (“- nehme ich mal an”), dass die News einen Umfang von 500 Wörtern haben sollen. In der Mail gab es dazu keine Infos. Die Zahl ist ein Erfahrungswert meinerseits, mit dem ich in letzter Zeit des Öfteren konfrontiert werde, wenn es um solche Anfragen geht.

  38. hat nicht die PC-Welt in den letzten Jahren Stellen im redaktionellen Bereich abgebaut?

    Da muss doch diese Suche nach “Autoren” für die auf der Straße stehenden Redakteure mehr als ein Schlag ins Gesicht sein. Und nach dieser Aktion ist zu befürchten dass auch weitere gute & altgediente Redakteure gehen müssen

    Ob News-Meldung oder vielleicht Artikel:
    hier wird eine billige Arbeitskraft gesucht, die dann beliebig ausgetauscht werden kann

    Damit stellt sich wirklich die Frage,
    ob es nur noch um QUANTITÄT oder auch um QUALITÄT gehen soll

  39. So leid es mir auch tut, aber der Markt im Bereich IT-Journalismus ist an Publikationen schlichtweg aufgebläht (wie auch in allen anderen Bereichen). Jeder Verlag will da seine Marge machen, weil ja für die Vorstandsgehälter und Boni die Größe zählt und nicht die Qualität. Diese 10-Euro-Offerte ist ein Witz, aber sie ist auch eine Zwischenstufe auf dem Weg zur Konsolidierung. Unter dem Strich wird es darauf hinauslaufen, dass wir in zehn, vielleicht fünfzehn Jahren die Konsolidierung hinter uns haben und einige wenige Qualitätsmagazine übrig bleiben – und die Computer-BILD, denn ansonsten gibt’s ja gar keinen Kontrast, an dem man Qualität feststellen könnte…
    Tragisch ist das für uns ITler, die wir mit dem journalistischen Low-End-Schrott in der Zwischenzeit leben müssen – oder unser Geld eben sparen und uns aus anderen Quellen direkt unterrichten, was deutlich mühsamer, aber qualitätserhaltend und zielführender ist. Aber wenn ich bedenke, welche Sorgen meine Großeltern in meinem Alter hatten (zum Beispiel, ob die blind gegangene Phosphorgranate auf dem Dachboden wohl explodiert, bevor oder nachdem man sie in den Fleet geschmissen hat), werde ich das wohl überleben.

  40. Liebe Klugscheißer- und Aufregergemeinde,

    Wenn das hier ein journalistischer Blog sein soll, dann bitte ich doch, sich an die Fakten zu halten. Es geht bei PC Welt um Meldungen mit 300 bis 500 Zeichen nicht um 300 bis 500 Wörter wie ein Kommentator schrieb. Setzt man 15 Minuten Arbeitszeit an (das ist wahrlich zu schaffen) sind das 40 Euro Stundenlohn.

    Ich weiß ja nicht, wo ihr arbeitet, aber bei anderen Zeitungen, für die ich schreibe, liegt der Lohn für freie Mitarbeiter bei maximal 20 Euro/Stunde (überregional und weltweit bekannt ist diese Zeitung). Andere bezahlen für rechercheintensive Artikel pro Zeile zw. 33 Cent und 1 Euro.

    Rechnet man das um (1 Zeile rund 33 Zeichen) und nimmt die obere Spitze (1 Euro) bedeutet das einen Lohn pro Zeichen von 33 Cent, bei der unteren Grenze sind es 1Cent. Bei der PC Welt kommt heraus: 10 Euro:500 bzw. 300=2 bzw. 3,5 Cent. Aber ganz ohne komplizierte Recherche.

    Wer zahlt mehr? Wieviel ist der DJV-Vorschlag in der Realität wert? “Für Texte in Onlinemedien sehen die Empfehlungen des DJV ein Honorar von 12 Cent pro Zeichen vor – im Fall der News für pcwelt.de, die zwischen 300 und 500 Zeichen lang sein sollen, wären danach also zwischen 36 und 60 Euro Honorar fällig. In der Praxis ist weniger üblich: Normalerweise zahlen andere Portale um die 20 Euro für derartige Meldungen – etwa doppelt so viel wie pcwelt.de.”

  41. Da ist ja die Tastatur-Abnutzung höher zu bewerten als dieses Honorar, wenn es sich wirklich um 500 Wörter handelt. Wenn ich meinem Vorschreiber allerdings Glauben schenken darf und es sich um 500 Zeichen handelt, dann kommen die 10 Euro schon eher hin.

    Den Vorschlag von der DJV halte ich auch für nicht realisitisch. Dennoch würde ich für 10 Euro keine News schreiben. Aber wenn man Schreiben gewohnt ist, lassen sich solche “News” wirklich in 20 Minuten abhandeln. Somit wäre ein Honorar von 15 bis 20 Euro zwar immer noch untere Grenze, aber gerade so akzeptabel.

  42. Newsmeldungen sind kurz (bestenfalls 500 Zeichen nicht Wörter :-) ), werden in der Regel nicht recherchiert – sondern schlicht umgeschrieben und von der Pressemitteilung runtergeschrieben, die Auswahl trifft auch die Redaktion. Ergo: Ziemlich fader Job – das wird stereotype Texte geben.

    10 EUR ist IMHO trotzdem eine harte Nummer. OK es ist Online und es wird offenbar mit sehr redigierwürdigen Ergebnissen gerechnet. Und es gibt viele Menschen, die sind immer noch Idealisten und wollen eigentlich nur, dass ihr Kürzel drunter steht. (Als ich ´93 anfing, war ich auch so :-) ). Ich gehe aber mal davon aus, das die PCW-Online sich einfach eine größere Anzahl an neuen Newstippern holt um dann später auszusortieren um die Bezahlung dann an die Qualität anzupassen. Das “Angebot” ist (meine ich) ziemlich eindeutig KEIN Angebot an die “alte Hasen”, sondern an Leute die sich mal nebenher versuchen wollen.

    Aber @PCWO: Dem Image tut ein 10 Euro-Angebot wirklich nicht gut ;-) Zumindest nicht SO formuliert. Und die Branche ist klein – da redet man drüber.