Schock-Kampagne: Orang-Utan-Finger, Kitkat und Greenpeace

„Wann haben Sie das letzte Mal Kitkat gegessen? Vielleicht bleibt es Ihnen im Hals stecken, wenn Sie nachfolgendes Video sehen“, schreibt Olaf Kolbrück von off-the-record.de. Er meint damit die aktuelle Schock-Kampagne von Greenpeace, die sich gegen den Kitkat-Hersteller Nestle beziehungsweise gegen dessen Lieferanten für Palmöl in Indonesien richtet. „Kitkat – ein süßer Riegel mit bitterem Beigeschmack. Das Palmöl zur Herstellung des Nestlé-Produkts kommt aus indonesischen Plantagen, für die die letzten Urwälder des Landes abgeholzt werden. Der Lebensraum der stark bedrohten Orang-Utans geht damit für immer verloren. Nestlé: Have a break – Stop Palmöl aus Urwaldvernichtung“, heißt es auf der Greenpreace-Seite bei YouTube. Der Aufschrei im Netz, wo der Spot immer mehr verbreitet – ist groß. Zumal die Vorstellung, beim Biss in den leckeren Schokoriegel einen Orang-Utan-Finger zu entdecke, nicht gerade verlockend ist. Der Eine oder Andere wird sicherlich – wenn auch unbewusst – nachschauen, bevor er herzhaft zubeißen wird.

Dem Hersteller ist die Protestaktion jedenfalls bitter aufgestoßen. Eifrig versucht der Schokoriegel-Fabrikant jetzt, die Scherben aufzusammeln. Das Image ist angekratzt. Via Pressemitteilung teilt der Konzern mit, man habe die Zusammenarbeit mit dem betreffenden Palmöl-Hersteller beendet und setze jetzt auf den nachhaltigen Anbau – und überhaupt sei alles gar nicht so schlimm wie von Greenpeace behauptet.

Nestlé teilt die Sorge um die Bedrohung von Regenwäldern durch die Ausweitung des Palmöl-Anbaus. Nestlé Deutschland verwendet nur in einem geringen Volumen Palmöl und Palmkernöl bzw. daraus hergestellte Zwischenprodukte. Das Gesamtvolumen liegt in einer Größenordnung um 7.000 Tonnen pro Jahr, dies entspricht nur etwa 0,03 Prozent der weltweiten Produktion.

18. März 2010 von Michael Friedrichs
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