SchülerVZ-Crawler verhaftet, weil er 80.000 Euro erpressen wollte

schuelervz-logoUm Ruhm und Anerkennung ging es dem Datendieb, der die VZ-Netzwerke in den vergangenen Wochen um unzählige Nutzerdaten erleichtert haben soll, offenbar nicht. Wie ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft nun bestätigt hat, sitzt der 20-jährige Täter aus Erlangen derzeit in Untersuchungshaft – weil er versucht haben soll, das VZ-Netzwerk zu erpressen. Demnach wollte der junge Mann als Gegenleistung für die Rückgabe der gesammelten Datensätze zunächst 20.000 Euro haben. Die Summe soll sich im Verlauf der Verhandlungen mit dem Netzwerk noch weiter erhöht haben. Die Rede ist sogar von einem Betrag von 80.000 Euro. Zudem sei die Drohung im Raum gestanden, die Daten im Falle einer Nichtzahlung auf Nimmerwiedersehen nach Osteuropa zu schicken.

Pech für den kriminellen Computerfreak, die Polizei wurde eingeschaltet und wenig später klickten in den Büroräumen von SchülerVZ die Handschellen. Und welche Überraschung: Der Datendieb war für die Ermittler kein Unbekannter. In der Vergangenheit soll er wohl schon mal wegen ähnlichen Delikten aufgefallen sein. Autsch.

Zum Schluss noch ein Lesetipp: Netzpolitik-Blogger Markus Beckedahl hat heute Nachmittag ein interessantes Interview zum Thema Sicherheitslücke bei den VZ-Portalen veröffentlicht.

20. Oktober 2009 von Michael Friedrichs
Kategorien: Internet, Soziale Netzwerke | Schlagwörter: , , , , | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. In den Medien geistern ja die abenteuerlichsten Umschreibungen für den Sachverhalt herum. Das bisserl crawlen, am Ende hat fast jeder Programmierer schon Webseiten nach Informationen gecrawled – natürlich ohne kriminelle Hintergedanken! Ich wünschte mir, die Massenmedien würden die Fakten etwas realistischer darstellen, als Typen mit Basecap im Halbdunkel beim „hacken“ zu zeigen.

    Unter aller Sau ist natürlich der Erpressungsversuch, dafür gehört er auch verhaftet!