„Schwarzbuch WWF – Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda“: Buchhändler stoppen Verkauf


Seit Ende April ist es im Handel, das „Schwarzbuch WWF – Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda“ (Random House, 256 Seiten, 19,99 Euro) vom dreifachen Grimme-Preisträger Wilfried Huismann. Allerdings es dort kaum noch zu bekommen. Grund dafür ist aber nicht die große Nachfrage nach dem Buch, sondern weil der WWF angekündigt hat, juristisch gegen das bereits veröffentlichte Negativwerk vorzugehen. Und obwohl der Fall noch gar nicht vor Gericht verhandelt worden ist, haben die großen Online-Buchhändler wie Amazon, Libri, bol.de bereits reagiert und das „Schwarzbuch WWF“ aus dem Sortiment genommen.

Auch im Handel sieht es schlecht aus. Ich war deswegen heute gleich in mehreren Bonner Buchläden und habe mich nach der Verfügbarkeit erkundigt. Allerdings ohne Erfolg. Stattdessen bekam ich tolle Ausreden zu hören: das Buch sei noch gar nicht erschienen, das Buch sei ausverkauft, gegen das Buch läuft ein Rechtsstreit und kann deswegen vorerst nicht mehr bestellt werden. Soweit mein Ausflug zu den Buchhandlungen meines Vertrauens.

Wie es aussieht, kann das Schwarzbuch derzeit nur beim Verlag selbst bestellt werden, der seinem Autoren wie erwartet den Rücken stärkt. Auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) teilte eine Sprecher der Verlagsgruppe Random House mit, „im Auftrag des sonst so sanft auftretenden WWF Deutschland“ sei bereits vor der Buchveröffentlichung „massiv Druck auf den Verlag ausgeübt“ worden. „Unser Verlagsverständnis von Pluralismus und Meinungsfreiheit sieht jedenfalls anders aus“, so der Verlagssprecher. Das Buch sei am 20. April erschienen und zunächst auch erhältlich. Gut eine Woche später hätten die Buchhändler Post von einer renommierten Anwaltskanzlei bekommen und stoppten den Verkauf. Und um genau dieses Schreiben wird derzeit heftig diskutiert. War es lediglich eine Vorabinformation, wie die eine Seite betont – oder ein nett formulierter Drohbrief, mit dem Ziel, den Verkauf des „Schwarzbuch WWF“ vor einem Gerichtstermin am 15. Juni am Landgericht Köln schnellstmöglich und effektiv zu unterbinden, wie die andere Seite vermutet?

05. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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