„Schwarzbuch WWF“: Interview mit RA Torsten Kutschke über Selbstzensur und die Freiheit des Wortes


Am kommenden Freitag entscheiden die Richter am Landgericht Köln in einer mündlichen Verhandlung, wie es mit dem „Schwarzbuch WWF“ weitergeht. Die Vorgeschichte gibt es hier, hier und hier. Beim Börsenblatt ist heute ein lesenswertes Interview mit Rechtsanwalt Torsten Kutschke, Chefredakteur der medienrechtlichen Zeitschrift „Kommunikation & Recht“ sowie Leiter der Rechtsabteilung der Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag in Frankfurt am Main, erschienen.

In meinen Augen besonders interessant ist die letzte Frage/Antwort:

Am 15. Juni entscheidet das Landgericht Köln über die einstweilige Verfügung des WWF. Falls dem stattgeben wird, was würde das für den Verlag, die Buchhändler und die Grossisten bzw. großen Online-Buchhändler bedeuten?
Kutschke: Zunächst wieder einen Einschnitt in die Freiheit des Wortes. Wie schon gesagt, mehren sich die Fälle, in denen Autoren kritischer Bücher mit presse- und persönlichkeitsrechtlichen Unterlassungen „bestraft“ werden. Oft auch über Behauptungen, die beim besten Willen nicht relevant sind. Ich hoffe gleichwohl, dass der Verlag gewinnt. Wenn die einstweilige Verfügung erst einmal erlassen ist, dürfte der Verlag das Buch bzw. die angegriffenen Passagen vorerst nicht weiter verbreiten. Bis eine eventuell höhere Instanz anders entscheidet. Bücher, die noch im Buchhandel sind, wären davon zunächst nicht betroffen, es sei denn, das Gericht entscheidet hier etwas anderes.

12. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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