„Schwarzbuch WWF“: NDR-Beitrag zeigt Schreiben der WWF-Anwälte


Gestern am späten Abend lief beim NDR ein interessanter TV-Beitrag zum Thema „Schwarzbuch WWF„, welches seit Tagen für Diskussionen sorgt. Dank an dieser Stelle für den Hinweis! Im Fokus steht jedoch nicht das Buch selbst, sondern die – sagen wir mal – ungewöhnliche Vorgehensweise des WWF bzw. ihrer Anwälte gegen den Autoren Wilfried Huismann, den Verlag (in diesem Fall das Gütersloher Verlagshaus (gehört zur Random House-Gruppe)) sowie gegen verschiedene deutsche Grossisten und Online-Buchhändler. Meine Eindrücke zu der Geschichte gibt es hier und hier.

Hier sind – wenn auch nur kurz eingeblendet – die besagten Anwaltsschreiben zu sehen, die der WWF an die oben genannten Parteien verschickt hat. Wenn ich das richtig gesehen habe, war es erste Schreiben an den Verlag Random House, wo das „Schwarzbuch WWF“ Ende April erschienen ist, sowie ein Schreiben an einen Buchhändler.


Bemerkenswert ist die Formulierung des Schreibens an die Buchhändler, insbesondere in Anbetracht dessen, dass das Gericht erst am 15. Juni über die erhobenen Vorwürfe des WWF entscheiden wird. Ebenso bezeichnend ist meiner Meinung nach das Statement von Jörg Ehlers, Leiter der WWF-Pressestelle, in dem TV-Beitrag:

Jörn Ehlers: Die Buchhändler müssen ja wissen, was sie in ihrem Sortiment haben. Wir haben die Buchhändler informiert, dass wir Vorbehalte gegen dieses Buch haben. Wie sie darauf reagieren, ist Sache des Buchhandels.“
Einwand NDR: „Ist das eine Art von Drohung dann?“
Jörg Ehlers: „Naja, es sind juristische Formulierung. Ob das eine Drohung ist oder als Drohung aufgefasst wird oder nicht, müssen die Verlage bzw. in diesem Fall die Buchhändler entscheiden.“

Auf der NDR-Seite zu dem Beitrag gibt es übrigens auch eine Langfassung des Interviews mit dem WWF-Sprecher, welches an einigen Stellen auch nicht ohne ist, wie ich finde.

07. Juni 2012 von Michael Friedrichs
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