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Mein echtes Twitter-Interview mit einem falschen Marcell D’Avis

Es gibt Neuigkeiten vom Internetprovider 1&1 aus Montabaur. Dieses Mal geht es allerdings nicht um das seit Anfang Juli erhältliche SmartPad oder um einen neuen Werbespot von Kundenzufriedenheitsleiter Marcell D’Avis, sondern um einen neuen Twitter-Account, der seit ein paar Tagen online ist und für reichlich Diskussionen sorgt. Den offiziellen Unternehmensaccount @1und1 gibt es ja schon etwas länger, doch seit Dienstagabend nutzt das Unternehmen scheinbar einen weiteren Kommunikationskanal auf Twitter. Unter @Marcell_D_Avis schreibt der Kundenzufriedenheitsleiter von 1&1 höchstpersönlich. Das habe ich jedenfalls gedacht, als ich auf das Twitterprofil aufmerksam wurde (er hat mich als Follower hinzugefügt) und den guten Mann gleich nach einem spontanen Interview via Twitter DM gefragt habe – und prompt eine positive Antwort bekam.

Guten Abend und herzlich Willkommen auf Twitter. Das schreit ja förmlich nach einem kurzen Interview … Interesse, gerne via Twitter DM?
Gerne und vielen Dank für den Willkommensgruß! Ich find mich auch schon so langsam zurecht hier.

Ihre Followeranzahl steigt auch langsam an. Es spricht sind offensichtlich herum, dass der Leiter für Kundenzufriedenheit bei 1&1 einen Twitter-Account hat. Fangen wir an: Marcell D’Avis twittert seit ein paar Minuten. Privat oder beruflich? Wie kam es zu diesem Schritt?
Allerdings. Eher beruflich. @1und1 fing damit an und als Leiter für Kundenzufriedenheit bin ich sozusagen “verpflichtet” dies auch zu tun.

Twittern Sie ausschließlich selbst und darf auch mal ihr Team ran? Welche Erwartungen haben Sie an ihren Twitter-Account?
Hier twitter ich ausschließlich selbst. Ich hoffe, dass ich 1&1 auf diesem Wege der “Social Media” Zielgruppe näherbringen und helfen kann. Facebook gehört natürlich auch dazu. Wobei dort nur die Fanpage ist.

Ich gehe davon aus, dass 1&1-Kunden sich auch auf diesem Wege Support erhoffen. Sollen sie weiterhin E-Mails an davis@1und1.de schreiben oder Ihnen künftig eine 140-Zeichen-Nachricht schreiben?
Beides ist möglich. Per Mail erreichen Sie auch mein Team. Über Twitter nur mich. Bei zu vielen Fragen hier geht natürlich irgendwann die Übersicht verloren, deshalb werde ich hier nur vereinzelte Tweets raus suchen.

Wie gehen Sie eigentlich mit den zahlreichen Fake-Accounts um? Es gibt ja bereits einige Spaßvögel. Gehen Sie dagegen vor und lassen Sie diese Profile löschen?
Solange es nicht Überhand nimmt, nicht. Ich sehe das mit Humor. Aber wenn diese Fake-Accounts mit ihren Tweets das Geschäft schädigen, dann werden wir wohl nicht drum herum kommen.

Gute Einstellung. Twittern Sie eigentlich von Ihrem neuen Smartpad aus?
Nein, ich weiß noch nicht welche App es da für Twitter gibt.

Hier kann ich Ihnen leider nicht helfen, da ich Apple-Nutzer bin. Wie sehen Ihre persönlichen Erwartungen an Twitter aus?
Na dann – Erwartungen habe Ich eigentlich keine. Ich hoffe, dass ich mehr Leute für 1&1 begeistern und vielen helfen kann!

So weit, so gut. Wie sich am nächsten Tag allerdings herausstellte, handelte es sich bei meinem Interviewpartner nicht um den echten Marcell D’Avis, sondern um einen unbekannten Spaßvogel. Der echte Leiter für Kundenzufriedenheit bei 1&1 befinde sich derzeit im Urlaub und sei zudem offline (wo der wohl ist?), teilt mir Andreas Maurer, Leiter des Social Media Teams bei 1&1, auf Nachfrage mit. Zudem werde der echte Twitter-Account @marcelldavis von Marcell D’Avis auch weiterhin nur passiv genutzt. Um es kurz zu machen: Ich bin einem Fake aufgesessen und zwar einem ziemlich gut gemachten, wie ich zugeben muss. Und das, obwohl ich Marcell D’Avis bei einem Bloggertreffen in Montabaur persönlich getroffen und ihn anschließend auch interviewt habe. Touché!

UPDATE: Das Rätsel ist gelöst. Mein falscher Marcell D’Avis hat sich zu erkennen gegeben. Er habeden den Twitter-Account @Marcell_D_Avis eingerichtet, um Unternehmen darauf aufmerksam zu machen, dass es bei Twitter auch ein “Verifizierungsprogramm” gebe.

1&1-Kunden bekommen neues Control-Center

Aktuelle Trends und neue Entwicklungen im Bereich Webhosting standen auch beim diesjährigen Webhosting Day im Phantasialand in Brühl wieder im Focus der rund 3.500 Fachbesucher. Unter den hochkarätigen Teilnehmern war auch Serguei Beloussov. Neben Updates für bekannte Produkte wie das Plesk Panel oder Virtuozzo hat der Parallels-Chef mit dem Cloud Computing Utility auch eine Produktneuheit präsentiert. Die Software soll es Webhosting-Anbietern ermöglichen, ähnlich wie Branchen-Primus Amazon Kunden Speicher und Rechenleistung je nach Bedarf anzubieten.

Zu den Parallels-Kunden in Deutschland zählt auch der Internetanbieter 1&1. Wie Stephan Fischer, Leiter Produktmanagement Hosting, im Rahmen des Branchentreffs bestätigte, wird sein Unternehmen voraussichtlich Anfang Juli allen Kunden ein neues Control-Center zur Verfügung stellen. “Kunden können dann noch intuitiver E-Mail-Adressen anlegen, neue Domains bestellen oder ihre Webseiten mit Inhalten füllen erstellen”, sagte Fischer. Die Bedienfreundlichkeit der bisherigen Kundenverwaltung werde durch die Einführung des sogenannten Small Business Panels deutlich gesteigert. Preislich soll sich für 1&1-Kunden übrigens nichts ändern. Das neue Control-Center wird allen Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt.

CeBIT: Meet & Greet mit Marcell D’Avis in der Webciety

Ihr wollt Marcell D’Avis, den neuen Leiter für Kundenzufriedenheit beim Internetprovider 1&1 einmal persönlich und hautnah erleben? Dann habt ihr, insofern ihr nicht Kunde bei 1&1 seid und er schon vor euer Haustür (siehe TV-Spot) stand, in knapp vier Wochen die Gelegenheit dazu, denn Marcell D’Avis kommt am 5. März (Freitag) nach Hannover auf die CeBIT. In der Webciety diskutiert er zwischen 11.30 und 12.20 Uhr unter anderem mit Sascha Lobo über das Thema “Die Person als Marke im Web”. Im Mittelpunkt steht dabei die Bedeutung der Person für die Kommunikation und das Marketing. Während in den bisherigen Zeiten der Massenkommunikation die Medien als Mittler zu einer Masse von Zuhörern standen, sind es in Zeiten von sozialen Medien und sozialen Netzwerken nicht mehr die Medien oder Netzwerke, sondern die Personen hinter bzw. innerhalb dieser Netzwerke, heißt es in dem Programmflyer. Die großen Vorteile von Personenmarken: Sie besitzen differenzierbare Identitätsmerkmale und haben in der Außendarstellung (sprich Werbung) eine hohe Glaubwürdigkeit.

Nachgefragt: Marcell D’Avis, Leiter Kundenzufriedenheit bei 1&1

Marcell D’Avis und seine E-Mail-Adresse dürfte mittlerweile die gesamte fernsehschauende Bundesrepublik kennen – und ja, es gibt ihn wirklich. Er ist kein Schauspieler und er heißt wirklich so.

Aber zurück zum Thema: Der neue Leiter für Kundenzufriedenheit bei 1&1 macht seit dem ersten Weihnachtsfeiertag im Rahmen einer groß angelegten Imagekampagne offensiv Werbung für den Internetprovider aus Montabaur. Er kündigt Verbesserungen im Service an, stellt im Unternehmensblog ein paar Tage später gleich die ersten Maßnahmen vor und stellt sich insbesondere der Kritik von unzufriedenen Kunden, die von der Werbeaktion des Internetproviders erst einmal alles andere als begeistert waren, wie in zahlreichen Blogs und Internetforen zu lesen ist.

Doch die Kampagne zeigt offenbar Wirkung. Nach Angaben von 1&1 bekam Marcell D’Avis in den ersten Tagen nach der ersten Ausstrahlung des Werbespots zwischen 3.000 und 5.000 E-Mails pro Tag, wobei allerdings nur jede fünfte Nachricht ein konkretes Anliegen eines Kunden beinhaltete. Der Rest bestand aus Spam (die große Masse jedenfalls) und ein paar wüsten Beschimpfungen, aber auch Einladungen zum Essen und Heiratsanträge waren dabei. Auch ich habe dem guten Mann, der übrigens seit ein paar Jahren glücklich verheiratet ist, zwei Kinder hat und im Westerwald lebt, im Auftrag von teltarif.de eine E-Mail geschickt und ihn um ein Interview gebeten.

Sehr geehrter Herr D‘Avis, seit Weihnachten sind Sie bei 1&1 der neue Leiter für Kundenzufriedenheit. Ihre Person ist Bestandteil einer groß angelegten Marketing-Kampagne. In TV-Spots, in Werbe-Flyern und im Corporate-Blog Ihres Arbeitgebers werden Sie als der neue Ansprechpartner präsentiert, der sich künftig persönlich um die Belange von rund 3,5 Millionen 1&1-Kunden kümmern will. Die Erwartungen an Ihre Person dürften entsprechend hoch sein. Welche Ziele haben Sie sich gesteckt und welchen Zeitrahmen haben Sie sich dafür vorgenommen?

Wir beschäftigen uns mit dem Thema Kundenzufriedenheit nicht erst seit Start unseres Werbespots. Das ganze Unternehmen, vom Management bis hin zum Hotline-Mitarbeiter, steht dahinter und arbeitet in allen Bereichen daran. So hatten wir beispielsweise schon im letzten Jahr eine groß angelegte interne Qualitäts-Offensive, in der sich alle Mitarbeiter auf allen Ebenen und aus allen Bereichen auf das gemeinsame Ziel “Kundenzufriedenheit” verpflichtet haben. Weiterhin hat 1&1 allein für dieses Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag für das Thema Service & Qualität eingeplant, woran man ebenfalls den Stellenwert für das Unternehmen ablesen kann. Ich würde also weniger von meinen persönlichen Zielen, sondern eher von den Zielen des Unternehmens sprechen wollen. Und die liegen klar auf der Hand: Wir sind zufrieden, wenn unsere Kunden es auch sind. Einige Maßnahmen dazu haben wir in diesem Jahr ja schon in die Tat umgesetzt, wie beispielsweise die aus dem 1&1 Netz kostenfreie Hotline für alle. Weitere werden folgen. Einen Zeitrahmen sehe ich dabei nicht, denn Kundenzufriedenheit soll ja kein Projekt sein, das wir jetzt durchziehen und das irgendwann beendet ist – sondern Kundenzufriedenheit soll die Zukunft sein! Und solange es etwas daran zu tun gibt, tun wir es!

Bereits auf der CeBIT im März letzten Jahres hat 1&1 eine breite Service-Offensive zur Verbesserung des Kundenservices gestartet und angekündigt, unter anderem sogenannte Kompetenz- und Expertenteams zu bilden, um Kunden bei Problemfällen – beispielsweise mit ihrem DSL-Anschluss – schnell und individuell zu helfen. Knapp zehn Monate später präsentiert Sie 1&1 als neuen Leiter für Kundenzufriedenheit. Sind Sie Teil dieser Service-Offensive?

Das kann man schon so sehen. Ich war ja von Anfang an in alle Planungen und Überlegungen involviert und habe selber einiges davon vorgeschlagen oder angestoßen.

Um welche Fälle kümmert sich Ihr Team und was unterscheidet die Bearbeitung dieser Fälle von den bisherigen Customer Support-Anfragen? Gibt es diese Abteilung überhaupt noch? Wie viele Mitarbeiter gehören Ihrem Kundenzufriedenheits-Team an?

Ich kümmere mich mit meinem Team tatsächlich um den großen Bereich Kundenzufriedenheit, genau wie es mein Titel aussagt. Dazu gehören selbstverständlich Customer-Care-Themen, aber auch genauso Prozessverbesserungen oder Produktinnovationen, die andere Bereiche des Unternehmens betreffen. Man könnte auch sagen: Ich interessiere mich einfach für alles, was sich unsere Kunden wünschen und woran sie sich stören.

Mein Team besteht aus derzeit 30 Mitarbeitern, alles erfahrene und sehr kompetente Mitarbeiter, die aus den verschiedensten Bereichen stammen, so dass wir hier vielfältiges Wissen vereinen und unseren Kunden rundrum weiterhelfen können, egal worum es geht. Der Bereich “Customer Care” besteht selbstverständlich weiterhin und ist mit weit über 2000 Mitarbeitern in rund 50 Abteilungen der mit Abstand größte Bereich bei 1&1.

Eine aktuelle Accenture-Studie belegt, dass in den vergangenen Jahren rund zwei Drittel aller deutschen Verbraucher wegen mangelhafter Servicequalität ihrem bisherigen Anbieter den Rücken zugekehrt haben und zu einem konkurrierenden Unternehmen gewechselt sind. Insbesondere die langen Wartezeiten in den Telefon-Hotlines, schlecht geschulte Support-Mitarbeiter und weniger erfreuliche Betreuung von Bestandskunden waren für vielen Kunden ausschlaggebend für einen Anbieterwechsel. Was ist aus Ihrer persönlichen Sicht bzw. Ihrer Erfahrung nach in der Vergangenheit beim Customer Support von 1&1 nicht so gut gelaufen?

Sie zitieren eine Studie, die deutlich macht: Nicht speziell 1&1, sondern alle DSL-Anbieter gelten seit geraumer Zeit als „Service-Wüsten“. Das ist natürlich kein Zufall, sondern gründet in mehreren Fakten, von denen ich hier nur einige nennen will: DSL-Anschlüsse bzw. Komplett-Pakete, über die ja auch die Telefonie läuft, basieren auf technischen Voraussetzungen, die nicht in der Hand der Anbieter liegen, sondern letztendlich von den Bedingungen am jeweiligen Hausanschluss abhängen. Hinzu kommen Abhängigkeiten von der Koordinierungsfunktion der Telekom für alle Anbieter bezüglich Schaltungs- und Techniker-Terminen, um nur wenige Beispiele zu nennen. Diese Dinge sind natürlich nur schwer zu verstehen und daher dem Kunden oftmals auch nur schwer vermittelbar.

Das erste Maßnahmenpaket für mehr Kundenzufriedenheit haben Sie Anfang Januar bereits in die Wege geleitet. Von wem kommen die vorgeschlagenen Änderungen und welche Rolle spielt dabei die Kritik von Kunden?

Kundenkritik bzw. Kundenwünsche spielen definitiv die zentrale Rolle für uns, wenn es darum geht, Maßnahmenpakete zu schnüren. Wir hören ganz genau hin, was unsere Kunden sagen und schreiben und analysieren und werten das professionell aus. Daher kam es auch zu genau den drei Maßnahmen Anfang Januar: Hotline-Kosten, Tarifwechsel für Bestandskunden und schnellere Entstörung sind einfach die meistgeäußerten Wünsche.

Erfahrungsgemäß sind die Wunschzettel mit Verbesserungsvorschlägen von Kunden nicht gerade kurz. Weniger Wartezeiten beim Telefon-Support, geringere Service-Gebühren für Vertragsänderungen oder die Abschaffung der kleingedruckten Sternchentexte unter den Angeboten wären in den Augen vieler 1&1-Kunden sinnvolle Maßnahmen, die sicherlich zu einer Steigerung der Kundenzufriedenheit beitragen würden. Wie sieht Ihr Wunschzettel derzeit aus bzw. auch welche weiteren Verbesserungen dürfen sich Ihre Kunden demnächst freuen.

Auf viele gute weiter Verbesserungen ;-) Mehr kann ich dazu heute noch nicht sagen, aber Sie werden es ja bald sehen.

Vielen Dank für das Interview.

DDoS-Attacke auf InternetX – auch 1&1-Kunden von Ausfällen betroffen

Die Server der United-Internet-Tochter InternetX waren heute wieder einmal Opfer einer DDoS-Attacke. Bereits im November 2008 hatten unbekannte Hacker die Nameserver des Unternehmens quasi außer Gefecht gesetzt, infolgedessen rund drei Millionen Domains von Kunden über Stunden nicht erreichbar waren. Heute scheint sich der Vorfall wiederholt zu haben. Kunden berichten, dass es seit 13 Uhr massive Probleme mit dem Zugriff auf die Interseiten gegeben hat. Betroffen sind insbesondere auch Dienste wie E-Mail und Internet-Telefonie (VoIP).

Auch am Abend waren zahlreiche Domains, die bei InternetX verwaltet werden, noch nicht erreichbar. Seit dem Nachmittag häufen sich auch Beschwerden von 1&1-Kunden in einschlägigen Foren, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert wurden. Das Unternehmen hat die DDoS-Attacke auf seine Nameserver mittlerweile bestätigt.

Update: Auch QSC hat mit einem Serverausfall zu kämpfen – was wiederum auch Auswirkungen auf 1&1-Kunden hat. Hier ist die offizielle Twitter-Botschaft dazu. Ob der Grund dafür die DDoS-Atttacke auf InternetX oder einfach nur ein abgerauchter Server ist? Keine Ahnung.

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Marcell D’Avis: KundenUNzufriedenheit bei 1&1 hat jetzt ein Gesicht

28. Dezember 2009 Michael Friedrichs 26 Kommentare

Gute Vorsätze für das neue Jahr gibt es auch beim Internetprovider 1&1. Laut einer aktuellen Pressemitteilung zufolge stehen ab sofort die Themen Service und Qualität noch mehr im Focus des Unternehmens. Im Klartext: Die allgemeine Kundenzufriedenheit soll markant gesteigert werden. Erreicht werden soll das Ziel durch zahlreiche Customer-Care-Maßnahmen, durch eine Verbesserung der Angebote und durch optimierte Bestell- und Support-Prozesse sowohl für Neu- als auch Bestandskunden. Dafür will 1&1 auch ordentlich Geld in die Hand nehmen. Nach eigenen Aussagen will der Internetprovider aus Montabaur einen zweistelligen Millionenbetrag investieren, um für seine Kunden künftig fair und transparent da zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen nicht nur eine umfangreiche Marketing-Kampagne (siehe TV-Spot) gestartet, sondern der Aktion auch ein Gesicht gegeben.

Aber lassen wir den Protagonisten – der gute Mann heißt übrigens Marcell D’Avis – am besten einmal selbst zu Wort kommen:

Bei 1&1 haben wir schon immer großen Wert auf technische Innovationen zu günstigen Preisen gelegt. Doch noch viel mehr liegen Sie uns am Herzen: Unsere Kunden! Darum haben wir jetzt bei 1&1 eine neue Stelle geschaffen, die sich ausschließlich um Sie kümmern wird: Mich, den neuen Leiter Kundenzufriedenheit.

Mein Name ist Marcell D’Avis, seit 16 Jahren arbeite ich bei 1&1, und ab jetzt bin ich nur für Sie zuständig.

Der Internetprovider hat also extra dafür eine neue Stelle geschaffen. Glaubt man dem Kommentar von Stefan Schmitt, war der gute Mann bis vor Weihnachten noch Leiter der Abteilung Customer Care. Entgegen der Selbstdarstellung von D’Avis sei der Bereich nicht neu geschaffen, sondern schlicht umbenannt (“eingedeutscht”) worden, damit jeder Kunde die Werbebotschaft verstehe. Deshalb habe er durchaus berichtigte Zweifel, ob sich der Service dadurch überhaupt verbessert habe. Service hin oder her. Ich finde die Aussage ziemlich interessant. Allein schon was die Glaubwürdigkeit von Marcell D’Avis anbelangt. Ich werde diesbezüglich beim Pressesprecher mal nachfragen.

Zusammen mit meinem Team beschäftige ich mich ab sofort nur noch mit Ihren Anliegen. Unsere Aufgabe ist es, dass Sie sich als Kunde kompetent und schnell beraten fühlen. [...]

Mein Leitsatz für die neue Aufgabe ist: Fair und transparent! So möchte ich, so möchte 1&1 künftig für Sie erreichbar sein. Deshalb erreichen Sie mein Team und mich direkt über die Mail-Adresse davis@1und1.de, wenn einmal etwas nicht so läuft wie es soll!

Warum ich diesen Absatz zitiere? Nicht, weil es sich bei den Zeilen um ein typisches PR-Geplänkel handelt, sondern weil mir die Formulierung besonders an einer Stelle überhaupt nicht gefällt. Und zwar die hier: ” … dass Sie sich als Kunde kompetent und schnell beraten fühlen“. Wieso fühlen? Entweder werde ich kompetent und schnell beraten, oder nicht. Ob ich mich nach der Beratung gut fühle, in Wirklichkeit aber vom Kundenberater über den Tisch gezogen wurde, hilft mir wenig. Und um so schlimmer dürfte die Enttäuschung sein, wenn die ganze Geschichte herauskommt. Eine kurze Anmerkung auch zum letzten Satz. Das etwas schief läuft, zeigen die vielen negativen Kommentare (über 270 an der Zahl trotz der Feiertage und Wochenende) im 1&1-Blog.

Marcell D’Avis hat übrigens noch auf keinen Eintrag (zumindest öffentlich) persönlich reagiert, sondern lediglich Mitarbeiter der Pressestelle mit Baukasten-ähnlichen Textpassagen antworten lassen. Beispiel: “Am besten schicken Sie uns Ihre Kundennummer und eine kurze Fehlerbeschreibung per Mail an davis@1und1.de, dann schauen wir uns das mal an.”

Apropos Probleme: Laut Kommentare einiger Leser gab es mit der genannten Mail-Adresse anfänglich ebenfalls Probleme. Der Empfänger Marcell D’Avis war anscheinend unbekannt und die Mails konnten so nicht zugestellt werden.

Strato-Verkauf: Telekom und United Internet ringen um den Zuschlag

strato_logoIm Verkaufsrennen um den Berliner Webhosting-Anbieter Strato ist wieder etwas Bewegung gekommen. Wie das Handelsblatt berichtet, haben es nur die Deutsche Telekom und United Internet geschafft, in die engere Wahl zu kommen. Wer am Ende den Zuschlag bekommt (eine Entscheidung soll Ende November fallen), wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Derzeit feilschen alle Beteiligten noch um den endgültigen Kaufpreis. Dies dürfte allerdings kein leichtes Unterfangen sein, da die Preisvorstellungen laut Handelsblatt noch ziemlich auseinander gehen. Während die Strato-Muttergesellschaft Freenet einen Kaufpreis von rund 350 Millionen Euro anvisiert, liegt das Höchstgebot derzeit angeblich erst bei 220 Millionen Euro.

Erhält United Internet den Zuschlag, gehe ich davon aus, dass Strato in der Hosting-Sparte von 1&1 aufgehen wird und so deren Führung in diesem Bereich noch weiter ausbauen wird. Interessanter dürfte die Übernahme werden, wenn der Bonner Telefonriese das meiste Geld auf den Tisch des Hauses legt. Bisher hatte die Telekom nur relativ wenig mit Webhosting im privaten Bereich zu tun. Denkbar wäre meiner Meinung nach die Erweiterung des T-Entertain-Angebotes um weitere Features. Auch T-Online-Kunden könnten von dem Strato-Kauf profitieren.

Nachgefragt: Das sagt 1&1 zur Vergabe der neuen Domains

1und1-logoIn ein paar Stunden ist es soweit. Pünktlich um neun Uhr gibt die Denic das in den vergangenen Tagen viel diskutierte Registrierungsverfahren für ein- und zweistellige Domains sowie für Internetadressen mit ausschließlich Ziffern und Kfz-Kennzeichen, frei. Das Interesse ist groß – vor allem Unternehmen und windige Geschäftemacher wittern das große Geschäft. Privatkunden bleiben bei der Vergabe der neuen Internetadressen leider auf der Strecke.

Ich habe bei einigen großen Webhosting-Anbietern – in diesem Fall bei 1&1-Pressesprecher Andreas Maurer – einmal nachgefragt, was sie von der ganze Geschichte so halten.

Wie kann ein Kunde bei Ihnen die neuen Domains vorbestellen? Bis wann ist das möglich und welche Kosten kommen auf ihn zu? Entstehen auch Kosten, falls der Zuschlag für die gewünschte Domain nicht erfolgt?

1&1 bietet seinen Kunden die Möglichkeit, an einer Sonderauktion zu den neuen Domains bei unserer Schwestergesellschaft Sedo teilzunehmen. Einen entsprechenden Link finden unsere Kunden im Control Center. Nach Ablauf der Einführungsphase werden wir spätestens Anfang November die Möglichkeit bieten, die Registrierung neuer Domains oder Domainumzüge direkt über unsere normale Bestellplattform anzustoßen.

Ist es nach Auflauf der Registrierungsfrist noch möglich, ein- und zweistellige Domains vorzubestellen?

Die ein- und zweistelligen Domains dürften, ebenso wie Adressen die einem KfZ-Kennzeichen oder einer anderen Top-Level-Domain entsprechen, alle am Freitag vergeben werden. Bei den Ziffern-Domains gibt es sicher noch die ein oder andere ungenutzte. Spannend dürfte aber der so genannte sekundäre Domain-Markt sein, also der Verkauf oder die Versteigerung im Anschluss an die Einführungsphase.

Der Ansturm auf die neuen Domains wird wie erwartet sehr groß sein. Wie beurteilen Sie die Chancen, dass auch normale Kunden, die sich im Zuge der Denic-Freigabe beispielsweise ihre Namensinitialen als Domainnamen sichern möchten, zum Zuge kommen werden?

Bei den Kürzeln sind die Chancen naturgemäß eher gering. Zum einen gibt es, Umlaute eingerechnet, eben nur 29 x 29 Kombinationen. Wie bei allen Domainnamen wird dann auch bei den kurzen .de-Adressen das Thema Markenrecht eine große Rolle spielen – wenn Hans Petersen die hp.de registriert, kann er sich vermutlich schon einmal auf ein Schreiben von Hewlett Packard einstellen. Hier sollte sich also jeder Nutzer vorab selbst fragen, ob es eventuell Schutzrechte an einer gleichlautenden Marke gibt und ob er gegebenenfalls gewillt ist, das Risiko eine Rechtsstreites auf sich zu nehmen.

Ab welchem Datum werden die erworbenen Domains voraussichtlich konnektiert sein?

Das dürfte ähnlich schnell gehen wie allen anderen .de-Domains, da hier ja anders als etwa bei den Umlaut-Domains keine neue Technik implementiert werden muss. Allerdings müssen alle Registrare ihre eigenen Bestellplattformen anpassen, da diese in der Regel noch die bisherigen Restriktionen der DENIC abbilden.

Ist eine Registrierung von ein- und zweistelligen Domains nach der Denic-Freigabe (ab nächster Woche beispielsweise) über ihre Homepage wie gewohnt möglich?

Wir werden die Registrierung nach Abschluss der Einführungsphase anbieten. Ob unsere Systeme schon nächste Woche so weit sind, können wir heute noch nicht sagen – spätestens Anfang November wird es aber soweit sein.


Vielen Dank für Beantwortung meiner Fragen.