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Wikileaks macht die Pforten dicht – bis wieder Geld da ist

Das Internetportal Wikileaks hat seinen Dienst vorerst eingestellt und alle Inhalte vom Netz genommen. Wie auf der Homepage zu lesen ist, geht es erst wieder weiter, wenn genug Spendengelder in der Kasse der Betreiber geflossen sind, um mindestens die anfallenden Kosten in Höhe von 200.000 Dollar bezahlen zu können. Der aktuelle Stand belaufe sich aber erst auf 130.000 Dollar. Mit der vorläufigen Einstellung der Seite wolle man sich voll aufs Spendensammeln konzentrieren, um das Angebot nicht nur bald wieder online stellen zu können, sondern auch um neue vertrauliche Dokument und Enthüllungen zu veröffentlichen. Material gebe es genug, so die Betreiber.

To concentrate on raising the funds necessary to keep us alive into 2010, we have reluctantly suspended all other operations, but will be back soon.

We have received hundreds of thousands of pages from corrupt banks, the US detainee system, the Iraq war, China, the UN and many others that we do not currently have the resources to release. You can change that and by doing so, change the world. Even $10 will pay to put one of these reports into another ten thousand hands and $1000, a million.

We have raised just over $130,000 for this year but can not meaningfully continue operations until costs are covered. These amount to just under $200,000 PA. If staff are paid, our yearly budget is $600,000.

The Sunshine Press (WikiLeaks) is an non-profit organization funded by human rights campaigners, investigative journalists, technologists and the general public. Through your support we have exposed significant injustice around the world—successfully fighting off over 100 legal attacks in the process. Although our work produces reforms daily and is the recipient of numerous prestigious awards, including the 2008 Economist Freedom of Expression Award as well as the 2009 Amnesty International New Media Award, these accolades do not pay the bills. Nor can we accept government or corporate funding and maintain our absolute integrity. It is your strong support alone that preserves our continued independence and strength.

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Interner DENIC-Bericht zur Domainvergabe bei Wikileaks aufgetaucht

denic-logoWenn es nach dem Willen der DENIC ginge, wäre der vertrauliche Untersuchungsbericht wahrscheinlich nie an die Öffentlichkeit gelangt. Das Internetportal Wikileaks, dem in der Vergangenheit schon des Öfteren sensible Informationen zugespielt wurde, hat am Donnerstagabend ein 25 Seiten starkes Papier online gestellt, das die Ergebnisse der Einführungsphase sowie der Registrierungsfreigabe der neuen deutschen Kurz-Domains schonungslos zusammenfasst. Gegenüber Focus Online – für die ich die Geschichte recherchiert habe – bestätigte DENIC-Chefin Sabine Dolderer die Echtheit der Unterlagen. Demnach sei der Bericht vor ein paar Tagen an alle Mitglieder versandt worden. Nichtsdestotrotz handle es sich bei dem Bericht um eine professionelle Aufarbeitung des gesamten Domainvergabeprozesses. Sowohl die DENIC-Mitglieder als auch die Mitarbeiter der Registrierungsstelle hätten in einer nicht einfachen Situation gut mitgespielt und den Ablauf trotz aller Kritik und Fehler gut gemeistert. Zudem habe man sich bemüht, ein faires und transparentes Angebot zu schaffen und dies auch technisch durchzusetzen.

25 Seiten brisante Informationen
Ein tieferer Einblick in den Verlauf der Domainvergabe war bislang nur den DENIC-Mitgliedern sowie deren Mitarbeiter vorbehalten. Das sieht jetzt schon etwas anders aus. Das Internetportal Wikileaks, dem in der Vergangenheit schon des Öfteren vertrauliche Dokumente zugespielt wurde, hat am Donnerstagabend einen 25 Seiten starken Untersuchungsbericht veröffentlicht, der die Ergebnisse der Einführungsphase sowie der Registrierungsfreigabe schonungslos zusammenfasst. Gegenüber Focus Online bestätigte Sprecher Michael Schleicher die Echtheit des Dokumentes. Demnach sei der Bericht vor ein paar Tagen an alle DENIC-Mitglieder versandt worden. “Es ist bedauerlich, dass interne Papiere an die Öffentlichkeit gelangt sind”, sagte Sabine Dolderer. Nichtsdestotrotz handle es sich bei dem Bericht um eine professionelle Aufarbeitung der Einführungs- und Vergabephase. Sowohl die Mitglieder als auch ihre Mitarbeiter hätten in dieser nicht einfachen Situation gut mitgespielt und den Ablauf trotz aller Kritik und Fehler gut gemeistert.

Probleme mit dem Maileingang
Doch warum geht es in dem Bericht? Neben bekannten Informationen wie beispielsweise die Anpassung der Domainrichtlinien enthält das Papier unter anderem auch Details zur Mitgliederbetreuung, eine Auswertung von Presseanfragen sowie eine Übersicht der technischen Probleme sowohl bei der Einführung als auch bei der späteren Domainvergabe. Und genau hier wird es besonders interessant. Wie die Erstellerin des DENIC-Berichtes, der Focus Online vorliegt, schreibt, sei ein Fehler in der verwendeten Mail-Software zur Domainbestellung auf das mangelnde Know-how der Techniker zurückzuführen. Schuld sei vermutlich eine zu geringe Einarbeitungszeit als auch ein zu kurzer Testzeitraum.

Fehler verhinderte Domain-Registrierung
Konkrete Erwähnung finden auch zwei DENIC-Mitglieder, die bei der Vergabe am vergangenen Freitag leer ausgegangen sind. “Durch einen Fehler seitens der Registrierstelle war mein Unternehmen von der Domainvergabe quasi ausgeschlossen”, bestätigte René Röhner, Geschäftsführer von Tevo Media aus dem schwäbischen Meitingen, im Gespräch mit Focus Online. Deshalb verhandle sein Unternehmen derzeit mit der DENIC über eine gewisse finanzielle Entschädigung. Schließlich hätten Tevo Media-Kunden rund 1.500 Domains vorbestellt und sein Unternehmen hätte keine Chance gehabt, diese erfolgreich zu registrieren. Dass er nach Behebung des Fehlers überraschend doch noch den Zuschlag für eine zweistellige Domain bekommen habe, sei reiner Zufall gewesen, da ein anderer Registrar die Adresse wieder freigegeben habe.

Noch ein bisschen enttäuschter dürfte Hans-Peter Oswald sein. Der Geschäftsführer des Kölner Webhosting-Dienstleisters Secura ist komplett leer ausgegangen, weil die DENIC-Technik gestreikt hat. Auf Anfrage wollte sich der Unternehmer allerdings nicht äußern, schließlich sei dies eine vertrauliche Angelegenheit zwischen ihm und der DENIC.

Rechtliche Einschätzung ist schwierig
“Bei der Registrierung sind technische Schwächen zu Tage getreten, die einzelne DENIC-Mitglieder von dem Vergabeverfahren zumindest zeitweilig ausgeschlossen hat”, betont Rechtsanwalt Dominik Boecker, Spezialist für Domainrecht in Köln. Inwieweit sich daraus rechtliche Ansatzpunkte für ein Vorgehen ergeben, sei derzeit noch nicht absehbar. Zu einer Neuvergabe – wie vielfach in Foren und Blogs gefordert – werde es nach seiner Einschätzung aber nicht kommen, weil die DENIC über die bereits vergebenen Domains Verträge abgeschlossen habe. Diese seien nach seiner Auffassung wirksam. Deshalb stelle sich dann nur die Frage nach einer Schadensersatzleistung.

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