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Wikipedia: Eintrag über Löschtrolle nach fünf Minuten bereits gelöscht

30. Dezember 2009 Michael Friedrichs 2 Kommentare

Die Löschtrolle haben wieder zugeschlagen. Nach nur fünf Minuten Online-Zeit haben sie eine überaus relevante Selbstdarstellung ihrer Tätigkeit innerhalb der Wikipedia wieder vom Netz genommen. Nicht das erste Mal übrigens, sondern bereits der siebte Versuch, eine seriöse Beschreibung ihres Berufsstandes zu verhindern. Relevanz sei Dank!

Zum Glück gibt es aber Wikipedia-Nutzer wie Nimro. In seinem Profil sind neben einer Erklärung für Löschtrolle auch Tätigkeitsbeschreibungen für Exklusionisten oder Klicki-Bunti-Hasser zu finden.

Löschtroll: Zeichnet sich durch wenig Artikelarbeit und viele Löschanträge aus. Ignoriert gerne die Wikipedia-Löschregeln, was aber nichts macht, da offensichtlich nicht dagegen vorgegangen werden kann. So sorgt dieser Benutzertyp regelmäßig für zeitraubende Diskussionen und vergrault Autoren. Seine Löschanträge driften in Poesie ab, und die viele Arbeit wird vermutlich durch Textbausteine unterstüzt. So finden sich immer wieder dieselben Argumente, die möglichst pauschal sind und möglichst wenig auf den Artikel eingehen. Besonders beliebt als Todesstoß ist keine Quellen, Geschwurbel und Theoriefindung. Löschtrolle sind der Meinung, dass Löschanträge dazu da sind, die Qualität der Wikipedia zu verbessern. Dafür ist zwar die Qualitätssicherung gedacht, diese haben sie aber erfolgreich soweit ignoriert, dass diese als nicht allgemein akzeptiert gilt. Man hat es hier also mit einer Enzyklopädie zu tun, in der reichlich viele Benutzer Löschanträge der Qualitätssicherung vorziehen. Finden Autoren auch prima, wenn irgendein Troll seine Arbeit mit einem flüchtigen Satz herabwürdigt, aber selbst selten etwas zur Verbesserung beiträgt. Selbst ernannte Qualitätsexperten, die oft die Qualifikation dazu schuldig bleiben. Zum Löschantragsteller muss man sich übrigens nicht qualifizieren. Das kann hier jeder, deswegen melden sich manche sogar extra ab und stellen Löschanträge als IP-Socken, um nicht unangenehm aufzufallen. Also zu bescheiden für selbst ernannte Qualitätsarbeit. Offiziell natürlich, um sich vor bösen, aufdringlichen Inklusionisten und Enzyklopädienichtverstehern zu schützen.

Via: Twitter @codeispoetry (Thomas Pfeiffer)

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Wikipedia: “99 Prozent aller Deutschen sind irrelevant”

Wikipedia-logoUnd wir werden es wahrscheinlich auch immer bleiben – wenn es nach den Relevanzkriterien der deutschen Wikipedia geht. Damit es auch der letzte Analphabet versteht, haben die Wiki-Schreiber zur Illustration ein hürdenspringendes Kaninchen ausgesucht und dem Bild einen passenden Untertitel verpasst: “Für über 99 Prozent der Bevölkerung unüberwindbar: Die Relevanzhürde.”

Warum ich das Thema hier aufgreife? Weil ich auf Aggregat7 einen ziemlich interessanten Beitrag über den Zustand der Wikipedia gelesen habe und ihn euch gerne weiterempfehlen möchte. Und weil ich ab heute das Angebot der Wikipedia als nicht mehr relevant einstufen werde.

Apropos Hürde: Es gibt auch eine für Journalisten.

Relevant sind Journalisten, wenn sie
* Chefredakteur einer relevanten Zeitung oder Zeitschrift oder der Chefredakteur eines relevanten Rundfunksenders sind,
* leitende Redakteure bzw. Ressortchefs von großen überregionalen Zeitungen oder Zeitschriften bzw. Rundfunksendern in „klassischen“ Ressorts wie Politik (ggf.: Außen- bzw. Innenpolitik), Wirtschaft, Sport, Kultur bzw. Feuilleton (falls eigenes Ressort auch: Literatur) sind,
* Träger eines bedeutenden Journalistenpreises sind oder
* mindestens einen relevanten Skandal aufgedeckt haben (z. B. Alfred Worm).