taz verpixelt Werbung auf Sportfotos

Die Berliner taz macht wieder einmal von sich reden. Konkret geht es um die Verpixelung von Werbung auf Sportfotos. Es könne nicht Aufgabe einer Zeitung sein, die mit kritischer Distanz über Sport berichtet, täglich kostenlose Werbung von Vereinen und deren Sponsoren abzudrucken. Man wolle durch die Verpixelung journalistisch noch unabhängiger werden, heißt es in einem ausführlichen Beitrag im hauseigenen Blog. Doch nicht überall stößt der Vorstoß der taz-Redakteure auf Gegenliebe.

Besonders interessant fand ich übrigens diese drei Fragen:

Machen künftig auch andere Zeitungen bei der Verpixelung mit?

Nein, bis jetzt nicht. Es scheint, dass viele etablierte Medien noch nach einer Haltung zu unserer Aktion suchen. Man darf nicht vergessen, dass auch sie in der Zwickmühle stecken. Was würde denn passieren, wenn eine große bürgerliche Zeitung das „Liga total“-Logo auf der Brust von Arjen Robben verpixelt. Vermutlich würde die Telekom in dieser Zeitung nicht mehr so gerne inserieren. Da kann die taz natürlich viel freier agieren.

Wie reagieren die Bildagenturen, deren Fotos die taz verpixelt?

Die Agentur dapd hat verlauten lassen, dass sie überhaupt keine Probleme mit der taz-Aktion hat und auf eine konstruktive Diskussion hofft. Eine Bearbeitung der Bilder ist grundsätzlich erlaubt. Das Recht, das Bild nach Belieben zu bearbeiten, bezieht sich auch auf die Verpixelung.

Wie geht es jetzt weiter, bleibt es bei den zwei Aktionswochen?

Wir werden weiter verpixeln. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Der Aufwand der Verpixelung ist zum Glück auch nicht besonders hoch, die taz-Technik unterstützt uns hier nach Kräften.

23. August 2011 von Michael Friedrichs
Kategorien: Medien | Schlagwörter: , , | Kommentare deaktiviert für taz verpixelt Werbung auf Sportfotos