Twitpic will mit Nutzerfotos Geld verdienen, AGB bereits geändert

Twitpic LogoDer beliebte Twitter-Bilderdienst Twitpic hat eine exklusiven Vermarktungsdeal mit der britischen Promi-Fotoagentur Wenn geschlossen. Dies teilten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung mit, wie die Kollegen vom Spiegel berichten. Demnach sollen Bilder, die über Twitpic ins Internet hochgeladen worden sind, künftig vermarktet werden. Für die Agentur dürften insbesondere Fotos von prominenten Twitter-Nutzern interessant und lukrativ sein, die mit Hilfe des Bilderdienstes nicht selten Schnappschüsse von Events aber auch Fotos aus dem privaten Umfeld ins Netz stellen. Weltweit greifen derzeit übrigens rund 20 Millionen Twitter-Nutzer auf Twitpic zurück.

Ach ja: die Erlaubnis, das hochgeladene Bildmaterial zu vermarkten und damit Geld zu verdienen, hat sich Twitpic übrigens mit einer Änderung der AGB vor ein paar Tagen ohne viel Aufhebens still und leise „gesichert“. Andere Twitter-Bilderdienste wie Instagram, yfrog oder img.ly haben in ihren Nutzungsbedienungen derzeit keine entsprechenden Vermarktungs-Klauseln festgeschrieben. Das weitere Vorgehen von Twitpic dürfte daher nicht nur für sie interessant werden. Zudem stellt sich die Frage, wie die Nutzer auf solche Geschäftspraktika reagieren werden. Ich kann es mir jedenfalls nicht vorstellen, dass sie stillschweigend und ohne weiteres mit der Vermarktung ihrer überwiegend privaten Bilder einverstanden sind – zumal sie an den Einnahmen von Twitpic sicherlich nicht beteiligt sein werden.

Darüber hinaus kann ich mich noch sehr gut an eine ähnliche Aktion von Adobe mit seiner kostenlosen Photoshop Express-Version erinnern, wo sich das Unternehmen unter anderem Veröffentlichungs- und Lizenzrechte an den hochgeladenen Bildern der Nutzer sichern wollte. Da gab es einen großen Aufschrei bei den Nutzern, mit dem Ergebnis, dass Adobe seine AGB wieder geändert hat. Ich bin gespannt, ob auch im Fall von Twitpic ein Aufschrei durch den Netzgemeinde gehen wird. Das Zeug dazu hätte die ganze Geschichte jedenfalls wie ich finde.

11. Mai 2011 von Michael Friedrichs
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